Anschläge auf Moscheen geplant Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen im Fall Waldkraiburg

Der festgenommene Brandstifter von Waldkraiburg plante offenbar Sprengstoffanschläge auf Moscheen und Attentate auf Imame. Jetzt hat sich Generalbundesanwalt Peter Frank in den Fall eingeschaltet.
Zerstörtes Geschäft im bayerischen Waldkraiburg

Zerstörtes Geschäft im bayerischen Waldkraiburg

Foto: Lino Mirgeler/ dpa

Wegen Vorbereitung schwerer, staatsgefährdender Gewalttaten hat Generalbundesanwalt Peter Frank die Ermittlungen gegen den Brandstifter von Waldkraiburg übernommen. Das erfuhr der SPIEGEL aus Ermittlerkreisen. Zuvor hatte der 25-jährige Deutschtürke Muharrem D. in Vernehmungen unter anderem eingeräumt, am 27. April einen schweren Brandanschlag auf ein türkisches Ladengeschäft in Waldkraiburg verübt zu haben. Die Bewohner des Hauses hatten sich damals nur durch eine Tiefgarage retten können.  

Den Ermittlungen zufolge plante Muharrem D. jedoch noch weitaus schwerere Attentate: So soll er Sprengstoff- und Bombenanschläge auf Gotteshäuser des türkischen Moscheeverbands Ditib in der Umgebung seiner Heimatstadt Waldkraiburg sowie auf die Ditib-Zentralmoschee in Köln geplant haben. Die Imame der Moscheen wollte D. nach eigener Einlassung mit einer eigens beschafften Pistole ermorden. Zusätzlich soll der 25-Jährige einen Bombenanschlag auf das türkische Generalkonsulat in München vorbereitet haben. 

23 selbst gebaute Rohrbomben

In Vernehmungen bekannte sich Muharrem D. mehrfach als radikaler Islamist und Anhänger der Ideologie der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Den türkischen Staat halte der Beschuldigte, der neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft besitze, für einen "Feind des IS", hieß es aus Ermittlerkreisen. Die Ziele, die er angreifen wollte, repräsentierten aus seiner Sicht den türkischen Staat.

Nach D.s Festnahme waren bei ihm insgesamt 23 selbst gebaute Rohrbomben, große Mengen Material zum Bau weiterer Bomben sowie eine scharfe Schusswaffe der Marke Beretta, Kaliber 7,65 Millimeter gefunden worden. 

Seine Verhaftung war ein Zufallstreffer: Eine Streife der Bundespolizei hatte D. überprüft, nachdem er beim Schwarzfahren erwischt worden war, und war dabei auf mehrere Rohrbomben in seinem Gepäck gestoßen.

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