Getöteter Kasseler Regierungspräsident Mann wieder aus Polizeigewahrsam entlassen

Der Kasseler Politiker Walter Lübcke war aus nächster Nähe durch einen Kopfschuss getötet worden. Die Polizei hat in der Nacht einen Mann intensiv befragt, in den frühen Morgenstunden konnte er jedoch wieder gehen.

Walter Lübcke wurde auf der Terrasse seines Hauses gefunden, auf dieser Aufnahme durchsuchen Polizisten die Nachbarschaft
Ralph Orlowski/ REUTERS

Walter Lübcke wurde auf der Terrasse seines Hauses gefunden, auf dieser Aufnahme durchsuchen Polizisten die Nachbarschaft


Der im Fall des erschossenen Kasseler Politikers Walter Lübcke in Gewahrsam genommene Mann ist wieder entlassen worden. Bei der eingehenden Befragung habe sich kein Anhaltspunkt ergeben, der eine Tatbeteiligung stütze, bestätigte ein Polizeisprecher auf SPIEGEL-Anfrage.

Die "FAZ" hatte berichtet, dass die Polizei auf den Mann aufmerksam geworden war, als sie private Daten des Getöteten auswertete. Dazu habe dem Vernehmen nach auch die Auswertung seines Mobiltelefons gehört.

Rund 160 Hinweise aus der Bevölkerung

Lübcke war in der Nacht zum vergangenen Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden.

Aktuell arbeitet eine 50-köpfige Sonderkommission der Polizei daran, den Täter aufzuspüren. Bis Samstagmittag gab es rund 160 Hinweise aus der Bevölkerung, heißt es in einer Mitteilung. Neben telefonischen und schriftlichen Hinweisen zählen dazu auch Foto- und Videodateien.

Die Trauerfeier für den Regierungspräsidenten ist für den 13. Juni in Kassel geplant. In der Martinskirche werde es einen Trauergottesdienst mit "protokollarischen Ehrenbekundungen" geben, kündigte eine Regierungssprecherin an.

irb/pad/dpa

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