Mordfall Walter Lübcke Ermittler finden gesuchtes Auto

Im Fall Walter Lübcke haben Ermittler einen Skoda entdeckt, den der Tatverdächtige von einem Familienmitglied übernommen haben soll. Das Fahrzeug stand in der Umgebung seines Wohnhauses.

Walter Lübcke (CDU) wurde am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen
Swen Pförtner/DPA

Walter Lübcke (CDU) wurde am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen


Weitere Fortschritte im Mordfall Lübcke: Ermittler haben in Kassel ein gesuchtes Auto mit thüringischem Kennzeichen, das mit dem Tatverdächtigen Stephan Ernst in Verbindung gebracht wird, gefunden. Zuvor hatte die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" über den Fund berichtet.

Der Skoda ist auf ein Familienmitglied zugelassen. Stephan Ernst soll es kurz vor der Tatnacht übernommen haben. Die Ermittler fanden das Fahrzeug in der Umgebung des Wohnhauses des Verdächtigen.

In der Nacht des Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke waren einem Zeugen zwei Autos aufgefallen, die durch den Wohnort des CDU-Politikers fuhren. Ein Auto sei ihm zufolge ein VW Caddy gewesen, das andere konnte er Medienberichten zufolge nicht beschreiben. Später hätten die Ermittlungen ergeben, dass Stephan Ernst einen solchen VW Caddy fahre, der auf seine Frau zugelassen sei. Ob es sich bei dem gefundenen Skoda um das andere Auto handelt, ist unklar.

Bekannt ist nun auch, dass der festgenommene Markus H. im gleichen Schützenverein war wie der Tatverdächtige. Er habe wie Stephan Ernst mit dem Bogen trainiert, aber auch mit Feuerwaffen geschossen, sagte der Vorsitzende des Schützenclub 1952 Sandershausen, Reiner Weidemann. Auch H. sei augenscheinlich "ein normaler ruhiger Typ" gewesen. Beide hätten keinen Zugriff auf die Waffen des Vereins gehabt.

Markus H. wird von der Bundesanwaltschaft Beihilfe zum Mord vorgeworfen, er soll den Kontakt zwischen Stephan Ernst und Elmar J. hergestellt haben, dem mutmaßlichen Verkäufer der Tatwaffe.

Walter Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan Ernst hatte die Tat zunächst gestanden, später aber sein Geständnis widerrufen.

sen/dpa

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