Wegen 50 Euro 17-Jähriger gesteht Mord an Mitschüler

Weil er ihm geliehene 50 Euro nicht zurückgab, hat ein 17-Jähriger seinen ein Jahr jüngeren Schulkameraden erstochen. Dies gestand der Internatsschüler zum Prozessauftakt. Laut Anklage soll er den Jungen heimtückisch ermordet haben.


Ulm - Der Jugendliche habe dem 16-Jährigen am 17. Mai mit mehreren Messerstichen in den Rücken und in die Lunge gestochen. Die Staatsanwaltschaft geht von heimtückischem Mord aus. Der Prozess findet vor einer Jugendkammer des Landgerichts Ulm unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil der Angeklagte noch minderjährig ist.

Beide Jungen waren Schüler der Urspringschule in Schelklingen bei Ulm. In einer Erklärung verlas der Verteidiger des 17-Jährigen den von seinem Mandanten geschilderten Tathergang. Demnach hatte der aus Eritrea stammende Jugendliche Mitte Mai Schulden in Höhe von 50 Euro von seinem späteren Opfer eingefordert. Als der 16-Jährige nicht zahlen wollte, sei es zum Streit gekommen. Dabei habe der Jüngere den Älteren mit diskriminierenden Äußerungen beschimpft.

Der 17-Jährige war nach zwei Verweisen von Ulmer Schulen am 8. Mai probeweise als externer Schüler in die Internatsschule Urspring aufgenommen worden. Zur Tatzeit stand er unter Bewährung, da er bereits im Juli 2005 wegen Diebstahls mit Waffen, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden war.
Das Landgericht Ulm will am 13. November sein Urteil verkünden.

jjc/AP/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.