Eindringling im Weißen Haus Veteran drang bis in Obamas Empfangsräume vor

Schwer bewaffnet fuhr ein Irak-Veteran vor anderthalb Wochen zum Weißen Haus, in das er ohne große Probleme eindringen konnte. Jetzt wurde bekannt, dass der Mann dabei offenbar deutlich weiter kam als bislang bekannt.

Sicherheitsbeamter vor dem Weißen Haus: Besorgniserregende Erkenntnisse
AFP

Sicherheitsbeamter vor dem Weißen Haus: Besorgniserregende Erkenntnisse


Washington - Der Irak-Veteran, der vor anderthalb Wochen ins Weiße eingedrungen war, ist einem Zeitungsbericht zufolge bis in die Empfangsräume des Regierungskomplexes gelangt. Er sei damit weitaus tiefer in das Gebäude vorgedrungen, als bislang bekannt wurde, berichtet die "Washington Post". Der 42-Jährige sei nicht beim Eingang aufgehalten worden, sondern bis in den sogenannten East Room gelangt, der häufig für offizielle Empfänge oder Pressekonferenzen genutzt wird.

Zuletzt war bekannt geworden, dass die Polizei im Auto des Veterans zwei Beile, eine Machete und 800 Schuss Munition gefunden hatte. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Eindringling bei einer Gerichtsanhörung als "Gefahr für den Präsidenten". Barack Obama sprach dem für seine Sicherheit zuständigen Secret Service dennoch sein Vertrauen aus.

Der Ex-Soldat war am Freitagabend vor anderthalb Wochen über den Sicherheitszaun des Weißen Hauses geklettert. Er wurde erst festgenommen, nachdem er in den Nordflügel des Gebäudes eingedrungen war. Obama und seine Familie hielten sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dort auf: Sie waren wenige Minuten zuvor von der Südseite des Grundstücks per Hubschrauber zum Wochenendsitz des Präsidenten, Camp David, aufgebrochen.

Eindringling war als Soldat im Irak

Der Mann aus Texas war als Soldat im Irak stationiert, nach Angaben von Angehörigen leidet er unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Laut Secret Service hatte der Mann nach seiner Festnahme erklärt, "dass der Himmel über der Erde zusammenzubrechen drohe und er den Präsidenten darüber informieren müsse, damit der sein Volk warnen könne".

Der Eindringling muss auf Anordnung des Gerichts mindestens bis zu einer nächsten Anhörung am 1. Oktober im Gefängnis bleiben. Er habe keinen festen Wohnsitz und verfüge über keine finanziellen Mittel, hieß es. Dem offenbar verwirrten Mann wurde ein Pflichtverteidiger zugewiesen.

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Weißes Haus: Secret Service erwägt Checkpoints
Secret-Service-Chefin Julia Pierson hatte nach der Panne umgehend eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen am Weißen Haus angeordnet. Ein Sprecher des Präsidialamts sagte, dass unter anderem eine Verstärkung der "taktischen Kräfte" am Zaun erwogen werde. Der Secret Service überlegt zudem, ob in der Nähe des Weißen Hauses Checkpoints eingerichtet werden sollen, in denen Beamte Sicherheitskontrollen vornehmen könnten.

Zwar kommt es regelmäßig vor, dass Unbefugte auf das Grundstück gelangen, zuletzt etwa am Jahrestag der Anschläge vom 11. September, üblicherweise werden sie aber bereits auf dem Rasen vor dem Haus festgenommen.

mxw/AP/dpa



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kral1 30.09.2014
1. Wo ist der Eindringling im Weißen Haus denn gewesen?
SPON gibt sowohl den "East Room" als auch den "Nordflügel" an! Einen Nordflügel gibt es aber gar nicht - ist die "North Hall" im Erdgeschoß im Executive Mansion gemeint? Der "East Room" liegt zwar auch im Executive Mansion - aber im ersten Stock. White House Complex includes the central Executive Residence flanked by the East Wing and West Wing. http://en.wikipedia.org/wiki/White_House http://en.wikipedia.org/wiki/East_Room http://www.whitehousemuseum.org/floor1/east-room.htm http://www.whitehousemuseum.org/Floor0.htm
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