Gefesselten misshandelt Polizisten aus Westerburg kommen mit Verwarnung davon

Zwei Polizisten, die in Rheinland-Pfalz einen gefesselten Mann getreten und geschlagen haben, werden für ihre Tat lediglich verwarnt. Das hat das Amtsgericht Westerburg entschieden. Eine Geldstrafe müssen die Männer nicht zahlen.

Polizeidienststelle in Westerburg (2013): Tritte und Schläge eingeräumt
DPA

Polizeidienststelle in Westerburg (2013): Tritte und Schläge eingeräumt


Westerburg - Ohne Geldstrafe kommen zwei Polizisten davon, die einen bereits gefesselten Mann getreten und geschlagen haben. Das Amtsgericht Westerburg verhängte eine Verwarnung mit Strafvorbehalt wegen der Tat im Mai 2013, wie der Koblenzer Oberstaatsanwalt Hans Peter Gandner und die Anwältin des Opfers bestätigten. Zuvor hatte bereits die "Rhein-Zeitung" darüber berichtet.

Der Strafvorbehalt sieht für die beiden 41 und 59 Jahre alten Beamten eine Geldstrafe von jeweils 5250 Euro vor, falls sie sich innerhalb eines Jahres eine andere Straftat zuschulden kommen lassen. Ursprünglich waren in dem Verfahren, das erst am Dienstag begonnen hatte, noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Bereits am ersten Tag hatten die Polizisten die Tritte und Schläge eingeräumt, sie aber als Abwehrmaßnahmen gerechtfertigt.

Zwei Augenzeuginnen hatten den Vorfall aus dem Fenster einer gegenüberliegenden Wohnung gefilmt; das Handyvideo sollte auch im Verfahren gegen die Beamten gezeigt werden. Die Angeklagten mussten sich wegen Körperverletzung im Amt verantworten. Ihnen hätte schlimmstenfalls eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gedroht.

rls/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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inmyopinion61 17.09.2014
1. Mehr Glück....
als Verstand hatten die angeklagten Beamten. Ganz unschuldig war das Opfer ja wohl auch nicht.
smokey55, 17.09.2014
2. Rechtsbeugung oder Verarsche des Bürgers?
Abwehrmassnahme gegen einen Gefesselten? Entweder verschweigt der Artikel einiges an Details .. aber wahrscheinlicher ist, eine Staatskrähe hackt der anderen kein Auge aus ... normal ist sowas jedenfalls nicht. Aber anderen Staaten was von Demokratie und Rechststaatlichkeit erzählen wollen.
acosta 17.09.2014
3. ohne Worte oder
doch ein Paar. Gefesselter Mann wird, als Abwehrmaßnahne, getreten und geschlagen. Dies ist keine Körperverletzung im Amt. Noch Fragen?
FairPlay 17.09.2014
4. Das war
nicht anders zu erwarten. Ein um sich schlagender Festgenommener kann ja schlecht vorher befragt werden ob gegen ihn Gewalt angewendet werden darf. Denn hier wird ganz offensichtlich die Tatsache verdreht dass der Festgenommene sich heftig zur Wehr gesetzt hat. Unabhängig davon, dass dies klarer Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte war müssen sich diese nicht als Opfer hingeben.
genugistgenug 17.09.2014
5. auf die Kollegen ist halt Verlass
und die sind immer zuverlässig. Doch wieso macht die eigene Anwältin dabei mit? Überlegung: darf man nun auch Polizisten kloppen und bekommt dann einen Strafvorbehalt mit der Auflage dass man innert 1 Jahres nicht wieder kloppen darf?
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