Gruppenvergewaltigung an Deutscher Wiener Landesgericht verurteilt acht Männer zu langen Haftstrafen

Eine 28-jährige Deutsche ist an Silvester in Wien von mehreren Männern vergewaltigt worden. Nun hat ein Gericht acht Angeklagte zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ein neunter wurde freigesprochen.


Wegen der Gruppenvergewaltigung einer deutschen Touristin hat das Wiener Landesgericht acht Männer zu Haftstrafen zwischen 9 und 13 Jahren verurteilt. Ein neunter Angeklagter wurde einer Sprecherin zufolge aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Wie die österreichische Presseagentur APA berichtet, blieb das Gericht nur knapp unter der Höchststrafe für die acht angeklagten Iraker.

Laut APA war die junge Frau nach Wien gekommen, um Silvester zu feiern. Vor einem Lokal sei sie betrunken von vier Männern aufgelesen und in eine Wohnung gebracht worden, wo sich weitere fünf Männer aufgehalten hätten.

Die Männer im Alter von 22 bis 48 Jahren, von denen acht verwandt oder verschwägert sind, hätten dann die Frau abwechselnd vergewaltigt. Mit einer Ausnahme hätten alle Angeklagten die Tat geleugnet. Andere Männer behaupteten, gar nicht dabei gewesen zu sein oder einvernehmlichen Verkehr mit der damals 28-Jährigen gehabt zu haben.

Die Männer, darunter ein verheirateter Vater und sein Sohn, hatten auch Selfies mit dem Opfer gemacht. Ihre starke Alkoholisierung trübte laut einem Gutachter die Zurechnungsfähigkeit der Männer jedenfalls nicht.

"Ich habe an nichts mehr Freude"

Wie der "Kurier" berichtet, hatte eine DNA-Expertin am Opfer und seiner Kleidung Sperma- und Speichelspuren von sechs der neun Angeklagten gefunden. Die Männer waren zwischen Mai und Dezember 2015 nach Österreich gekommen. Fünf von ihnen hatten Flüchtlingsstatus erhalten.

Anklägerin Karina Fehringer zeigte sich APA zufolge in ihrem Plädoyer erschüttert. Nur einer der Angeklagten habe Reue gezeigt. Das Opfer leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung, dir ihr ganzes Leben beeinträchtige. "Ich habe an nichts mehr Freude", zitierte Fehringer die Frau. Die 28-Jährige soll laut Gericht Schadensersatz in Höhe von 25.000 Euro erhalten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, sowohl die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Wien als auch die Verteidiger der Angeklagten meldeten umgehend Verfahrensmängel und Berufung an.

cnn/AP/dpa

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