22 Jahre alter Kriminalfall Freisprüche im "Badewannen-Mordprozess"

Sie wurde tot in der Badewanne gefunden: 1997 starb eine Frau, erst Jahrzehnte später gerieten ihr Ehemann und seine damalige Geliebte unter Verdacht. Nun sind sie freigesprochen worden - nach einer "zähen Abwägung".


Ein ehemaliges Liebespaar ist im Mordprozess um den rund 22 Jahre zurückliegenden Tod der Ehefrau des Angeklagten vor dem Wiesbadener Landgericht freigesprochen worden. Es sei ein zäher Prozess der Abwägung gewesen, sagte der Vorsitzende Richter.

Dem Ehemann und seiner damaligen Geliebten war vorgeworfen worden, im Oktober 1997 die Ehefrau in Lorch im Rheingau umgebracht zu haben, um an ihr Vermögen zu kommen. Der Fall war schon zu den Akten gelegt worden. DNA-Nachweise brachten die Ermittler 2018 auf die Spur des Mannes und der Frau.

Der Richter sagte, es habe in dem Indizienprozess trotz widersprüchlicher Aussagen und eines verdächtigen Verhaltens des Mannes keine unzweifelhaften Beweise gegeben, die einen Schuldspruch gerechtfertigt hätten. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

Tatort manipuliert?

Die Anklage hatte den beiden ursprünglich vorgeworfen, die Ehefrau betäubt und in der Badewanne ertränkt zu haben. Anschließend hätten sie den Tatort so manipuliert, dass es wie ein Suizid aussah.

Vor Gericht hatte der Mann, ein Polizist, die Tat bestritten. Weil das Verbrechen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, hatte die Staatsanwaltschaft auf Freispruch für die beiden Angeklagten plädiert. Die Verteidigung schloss sich dem Antrag an.

jpz/dpa



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