Komplex Bergisch Gladbach Missbrauchsprozess gegen Patrick F. findet hinter verschlossenen Türen statt

In Wiesbaden steht ein weiterer mutmaßlicher Täter aus dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach vor Gericht. Der 39-Jährige soll seine Kinder sowie ein Stiefkind zigfach missbraucht - und Bilder davon verschickt haben.
Der Angeklagte mit seinem Verteidiger im Gerichtssaal

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger im Gerichtssaal

Foto: Sascha Steinbach / dpa

Vor dem Wiesbadener Landgericht hat die Staatsanwaltschaft einen 39-jährigen mutmaßlichen Täter aus dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach  schwer belastet. Der Anklageschrift zufolge soll Patrick F. seine eigenen Kinder sowie ein Stiefkind zigfach missbraucht haben. Außerdem soll er davon Aufnahmen gemacht haben, um sie mit anderen in einer Chatgruppe zu teilen.

Der Prozess findet auf Antrag der Nebenklage-Vertreterinnen zum Schutz der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zu groß sei die Gefahr, dass sich eine Veröffentlichung negativ auf die weitere Entwicklung der Kinder auswirken könnte, sagte die Vorsitzende Richterin Annette Honnef. Nach der Verlesung eines Teils der Anklage müssen Journalisten und Publikum den Gerichtssaal verlassen.

Insgesamt werden dem Mann aus dem Rheingau-Taunus-Kreis 291 Taten zwischen Januar 2014 und Oktober 2019 vorgeworfen. Der Familienvater ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung sowie des Besitzes von kinderpornografischem Material - mehr als 4100 Dateien - angeklagt.

Eines der Kinder bereits als Säugling vergewaltigt

Laut Anklage soll er eines seiner Kinder in einem Fall bereits im Säuglingsalter vergewaltigt haben. In 50 Fällen soll er sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen haben oder vornehmen lassen. Für den Prozess sind noch mindestens sieben weitere Termine bis Ende September vorgesehen.

In der vergangenen Woche hatte vor dem Landgericht Köln der Prozess gegen den Mann aus dem nordrhein-westfälischen Bergisch Gladbach begonnen, dessen mutmaßliche Taten die Ermittler zu einem weit verzweigten Netzwerk von Pädokriminellen führten. Die Verdächtigten missbrauchten Kinder und teilten Aufnahmen davon in Internetchats. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben mehr als 30.000 Spuren nach, es wird von Tausenden noch unbekannten Verdächtigen ausgegangen.

Auch auf Patrick F. kamen die Ermittler über die Enttarnung des 43-Jährigen aus Bergisch Gladbach. Bei Durchsuchungen im Herbst 2019  fanden Polizisten bei dem Koch und Hotelfachmann nicht nur riesige Mengen kinderpornografischen Materials - sie stießen auch auf digitale Kontakte wie den zu F.

Allein in Nordrhein-Westfalen wurden bislang mehr als 80 Verdächtige namentlich ermittelt.

Aktenzeichen: 1 Kls 2231 / Js 40189/19

apr/dpa/AFP