Amtsgericht Erlangen Clanmitglied zu Haftstrafe wegen Diebstahls verurteilt

In Berlin steht Wissam Remmo wegen des Goldmünzen-Diebstahls vor Gericht. Nun wurde er in Bayern zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt. Das Clanmitglied sei "ein notorischer Klauer", urteilte der Richter.

Wissan Remmo am Amtsgericht Erlangen
Thomas Heise / SPIEGEL TV

Wissan Remmo am Amtsgericht Erlangen

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Der Berliner Wissam Remmo ist nach einem Prozess vor dem Amtsgericht Erlangen zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Außerdem muss das Mitglied des Remmo-Clans mehr als 21.000 Euro zahlen.

Remmo wurde von der Staatsanwaltschaft Erlangen besonders schwerer Diebstahl und Sachbeschädigung vorgeworfen. Wissam sei vor knapp einem Jahr, so der Staatsanwalt, in den Showroom eines Erlanger Herstellers für Hydraulikspreizer und Rettungsscheren eingebrochen.

Werkzeuge dieser Art werden normalerweise bei Verkehrsunfällen zur Rettung von eingeklemmten Personen eingesetzt. In der kriminellen Szene nutzt man diese Gerätschaften allerdings, um beispielsweise Geldtransporter oder Geldautomaten aufzuhebeln.

Laut den Ermittlungen der Polizei hinterließ der 22-Jährige bei dem Einbruch eine DNA-Spur. Diese führte zu seiner Identifizierung und letztendlich zu der Verurteilung.

Remmos Verteidiger kritisierte in seinem Plädoyer, dass hier "kurzer Prozess" mit seinem Mandanten gemacht werden sollte. Es sei völlig unklar, wie die DNA an den Tatort gelangte. "Hier hat keine Hauptverhandlung stattgefunden", sagte der Anwalt.

In seiner Urteilsbegründung kritisierte der Vorsitzende Richter die Berliner Justiz. Sie sei mit dem einschlägig aktenkundigen Wissam Rammo bisher zu milde umgesprungen. "Herr Remmo ist ein notorischer Klauer", sagte der Richter.

Von einer Verhaftung Remmos sah das Gericht ab. "Wer freiwillig zum Prozess kommt, der kann auch frei wieder gehen. So ist das hier in Bayern", teilte der Richter mit.

Wissam Remmo muss sich derzeit auch vor dem Berliner Landgericht verantworten. Mit seinen Cousins Wayci und Ahmed Remmo ist er zusammen mit dem Mitangeklagten Denis W. wegen des Diebstahls einer wertvollen Goldmünze aus dem Bode-Museum angeklagt. Verhandelt wird vor einer Jugendkammer. Die Angeklagten sind wegen verschiedener Delikte vorbestraft - unter anderem wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Betrugs.

Von der Beute fehlt bis heute jede Spur. Die 2007 hergestellte "Big Maple Leaf" (Nennwert eine Million Kanadische Dollar, geschätzter Verkaufswert 3,75 Millionen Euro) galt als zweitgrößte Goldmünze der Welt. Sie bestand wohl zu 99,999 Prozent aus reinem Gold. Die Sonderanfertigung mit dem Bildnis von Queen Elizabeth II., von der nur fünf Exemplare geprägt wurden, war die Leihgabe eines Privatmannes an das Bode-Museum. Während der Sonderausstellung "Goldgiganten" wurde sie 2010 erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Laut Anklage sollen die Tatverdächtigen die Goldmünze nach dem Diebstahl zerteilt und die Stücke verkauft haben.



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