Kriminalstatistik Innenministerium sieht organisierte Einbrecherbanden auf dem Vormarsch

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt. Nach SPIEGEL-Informationen führt das Bundesinnenministerium den Trend auf reisende Banden zurück. Unionspolitiker verlangen einen besseren Schutz der Bürger.

Wohnungseinbruch
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Angesichts der rapide gestiegenen Zahl von Wohnungseinbrüchen in Deutschland werfen CDU-Innenpolitiker Bund und Ländern eine verfehlte Sicherheitspolitik vor. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte dem SPIEGEL, seine Partei drohe "das traditionell große Vertrauen" zu verspielen, das die Bürger in Sicherheitsfragen in die Union hätten. (Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 21/2016
Alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen, der Staat lässt seine Bürger allein

Womöglich sei es falsch gewesen, seit Beginn des Jahrtausends fast ausschließlich die Bekämpfung des Terrorismus in den Mittelpunkt zu stellen. Für viele Menschen sei diese Bedrohung "eher abstrakt", zum Thema Wohnungseinbruch dagegen habe er zuletzt "mehr Zuschriften von Betroffenen und besorgten Bürgern erhalten als jemals zuvor".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am kommenden Montag die neuen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik bekannt geben. Demnach wurden im vergangenen Jahr 167.136 Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche registriert, rund 15.000 mehr als im Jahr zuvor.

Auf SPIEGEL-Anfrage hieß es im Innenministerium, die Zunahme der Fallzahlen sei "vor allem" reisenden Banden geschuldet, die sich immer weiter professionalisierten: "Es hat sich gezeigt, dass die Vielzahl der Taten und das professionelle Vorgehen den Methoden der organisierten Kriminalität entsprechen."

Auch der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), sprach von immer besser organisierten "internationalen Netzwerken". Auf der nächsten Tagung im Juni will er seine Amtskollegen aus den Bundesländern dazu drängen, weitere Sondereinheiten gegen den Wohnungseinbruchdiebstahl zu gründen.

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insgesamt 254 Beiträge
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Seite 1
alibabar 20.05.2016
1.
Das ist jetzt nicht wahr,das innenministerium hat festgestellt....die bürger erleben es schon seit jahren!!!
waswuerdeflassbecksagen 20.05.2016
2. Polizei?
Wer in den letzten 20 Jahren 50.000 Polizisten weniger auf den Straßen und Büros hat, braucht sich doch nicht zu wundern, in ländlichen Gebieten braucht die Polizei teilweise 50 min zum Tatort, das ist kein Witz, sondern schizophrene Realität, man heute als Krimineller vom Staat als Nichtverfolgter besser geschützt als der Normalbürger und der zahlt dann auch noch brav seine Steuern ... einfach nur schizophren
JaquesLafitte 20.05.2016
3. Ja und ....?
" Unionspolitiker verlangen einen besseren Schutz der Bürger." Dann macht mal, ihr seid doch die gewählten Voksvertreter, die Gesetze miterarbeiten, mitbestimmen und/oder verabschieden können. Oder was eigentlich macht ihr da in Berlin?
Ottokar 20.05.2016
4. Reisende Einbrecherbanden ?
Das vereinte Europa ohne Grenzen macht es möglich, oder haben die Politiker gedacht es kommen nur Waren? Ein Gutes hat es ja, es werden mehr Polizisten , Beamte, gebraucht die den Einbrecher dann mehrmals darauf hinweisen das er Verbotenes tut und Richter die eventuell einen Tadel aussprechen. Die meisten Einbrecher sind den Polizisten und Richtern doch schon namentlich bekannt
logtor 20.05.2016
5. Zuerst anrichten und dann warnen
Die Folgen der eigenen Politik. Vieles ist alternativlos bei der CDU. Wer sie wählt, sollte die Folgen ihrer Politik mit Demut ertragen.
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