Würzburg Beschuldigter im Kinderpornografie-Fall schweigt

Im Würzburger Kinderpornografie-Fall ist gegen den Hauptverdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Der Logopäde sitzt in Untersuchungshaft - und verweigert die Aussage.

Verschlusssiegel der Würzburger Polizei an einem durchsuchten Wohnhaus
Daniel Karmann/ DPA

Verschlusssiegel der Würzburger Polizei an einem durchsuchten Wohnhaus


Der in Würzburg wegen des Verdachts auf Kinderpornografie verhaftete Mann schweigt zu den Vorwürfen der Ermittler. Ein Gericht hat gegen den 37-Jährigen Haftbefehl erlassen, er sitzt in Untersuchungshaft.

Die Ermittler verdächtigen ihn des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Herstellung und Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Das teilten das Polizeipräsidium Unterfranken und die Zentralstelle Cybercrime Bayern mit.

Der Mann soll demnach pornografische Bilder und Videos mit kleinen Jungen im Darknet, einem abgeschirmten Bereich des Internets, verbreitet haben. Der Logopäde hatte in verschiedenen Einrichtungen mit Kindern zu tun.

"Geschehen, das sich über mehrere Jahre hinzog"

Ein zweiter, zunächst festgenommener Verdächtiger kam wieder frei. Bei ihm handelt es sich um den Mann, der einen Bezug zu einer Kindertagesstätte in der Stadt hat.

Wer genau zu den Opfern zählt, ist bislang unklar. Eine Sonderkommission soll nun herausfinden, welche Kinder auf den verbreiteten Fotos und Videos zu sehen sind. Die Ermittlung der Tatorte und Tatzeiten werde aufwendig werden, kündigten die Ermittler an.

Dass der Hauptverdächtige schweige, "erleichtert uns die Arbeit nicht", sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr. Er sprach von einer "extrem kniffeligen Arbeit", bei der eine dreistellige Zahl von Foto- und Videoaufnahmen ausgewertet werden müsse. Es müsse nun im Einzelnen geklärt werden: "Was ist da genau zu sehen - und was ist im Hintergrund zu sehen, um die Örtlichkeit genauer zu bestimmen."

Der Fall sorgt insbesondere bei Eltern aus der betroffenen Würzburger Kita für große Beunruhigung. Die Zahl der sehr jungen Opfer sei ebenso unklar wie der Zeitraum, über den sich die Taten erstreckten. Oberstaatsanwalt Schorr sagte, die Ermittler gingen davon aus, "dass es ein Geschehen ist, das sich über mehrere Jahre hingezogen hat".

apr/dpa/AFP



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