Tatverdächtiger festgenommen Messerattacke in Wuppertaler Ausländerbehörde – eine Verletzte

In Wuppertal soll ein Mann eine Mitarbeiterin des Hauses der Integration angegriffen und schwer verletzt haben. Der Tatverdächtige soll nach SPIEGEL-Informationen bereits in der Vergangenheit auffällig gewesen sein.
Polizeieinsatz (Symbolbild)

Polizeieinsatz (Symbolbild)

Foto: John McDoughall / AFP

Im Wuppertaler Haus der Integration ist eine Mitarbeiterin der Behörde mit einem Messer schwer verletzt worden. Bei dem Einsatz sei man zunächst von einer Bedrohungssituation ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher. Vor Ort sei dann die verletzte Person vorgefunden worden.

Die Lage sei unter Kontrolle. Die Beamten hätten einen Tatverdächtigen festgenommen. Nähere Angaben zur Person und zum Verlauf der Tat machte die Polizei bislang noch nicht.

Die Stadt teilte mit , Kollegen der Frau hätten den »Täter festgesetzt« bis die Polizei eingetroffen sei. Ein Motiv des mutmaßlichen Täters sei nicht bekannt. Die Stadt verwies diesbezüglich auf die laufenden Ermittlungen der Polizei.

Möglicherweise psychische Probleme

Nach SPIEGEL-Informationen war der 20-jährige Tatverdächtige bereits im vergangenen Jahr auffällig. Demnach soll Ahmad A.S. im März 2021 einen Streifenpolizisten in Wuppertal angesprochen haben mit dem Hinweis, dass er Mitglied der Terrororganisation »Islamischer Staat« (IS) sei. Schon in seiner ersten Vernehmung widerrief er seine Angaben. Auch umfangreiche Ermittlungen zu möglichen IS-Verbindungen des Syrers führten zu keinem Ergebnis.

Ein anschließendes Verfahren gegen A.S. wegen Vortäuschens einer Straftat wurde schließlich wegen Geringfügigkeit eingestellt. Womöglich leide der junge Mann an psychischen Problemen, so ein mit dem Fall vertrauter Staatsschützer.

Das Haus der Integration verbindet nach Angaben der Stadt Institutionen, die sich in Wuppertal um Zugewanderte und Geflüchtete kümmern.

Behördenmitarbeiterin im Krankenhaus

Nach Informationen der Polizei ist die Frau schwer verletzt, Lebensgefahr bestehe nicht. Rettungskräfte brachten sie ins Krankenhaus. Bei der Tat sei ein Messer eingesetzt worden.

»Ich bin sehr betroffen von diesem schrecklichen Angriff«, sagte Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. Er wünsche der »Kollegin alles Gute für ihren Genesungsprozess« und dankte den Mitarbeitern, die den »Täter überwältigt« hätten.

Das Haus der Integration wurde laut der Stadt am Donnerstag zunächst geschlossen. Dort werde auch am Freitag der normale Dienstbetrieb nicht wieder aufgenommen. Mitarbeiter des Rettungsdienstes leisteten psychologische Unterstützung für die Mitarbeiter. »Das ist ein Schock für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter«, sagte der Wuppertaler Sozialdezernent Stefan Kühn. »Unsere Gedanken sind bei der Kollegin, wir senden ihr die besten Wünsche zur Genesung.«

bbr/rol/dpa
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