Kinderpornografie-Fall in Wuppertal 83-jähriger Tatverdächtiger ist tot

Weil er kinderpornografische Aufnahmen besaß, ermittelte die Polizei in Wuppertal gegen einen 83-Jährigen. Nun wurde der Mann leblos aufgefunden.

Einsatz mit Spürhunden: Grabungsarbeiten im Garten des Verdächtigen in Wuppertal (Ende Juni)
David Young/DPA

Einsatz mit Spürhunden: Grabungsarbeiten im Garten des Verdächtigen in Wuppertal (Ende Juni)


Ein wegen des Besitzes von Kinderpornografie beschuldigter Mann aus Wuppertal ist tot. Die Leiche des 83-Jährigen sei am Samstag gefunden worden, teilte die Polizei mit. Demzufolge fand ein Freund des Mannes den leblosen Körper am Samstag in der Wohnung des Rentners.

"Nach Untersuchungen des Fundortes und des Leichnams durch die Kriminalpolizei konnten keine Hinweise auf ein Fremdverschulden erlangt werden", teilten die Ermittler mit. Den Angaben zufolge deutet vieles darauf hin, dass der Mann sich das Leben genommen habe.

Ende Mai hatte die Polizei wegen des Fundes von Kinderpornografie im Haus des 83-Jährigen eine aufwendige Suchaktion eingeleitet und dabei in einem Safe in der Wohnung Zeitungsartikel über vermisste Kinder entdeckt. Daraufhin gruben Beamte den Garten des Senioren um. Der Verdächtige soll beteuert haben, keinem Kind etwas angetan zu haben. Er wurde vorübergehend festgenommen, kam später aber wieder frei.

Die Polizei stellte bei einer Durchsuchung 50 Festplatten, mehrere Laptops und Computer mit umfangreichem Bildmaterial im Haus sicher. Außerdem fanden die Beamten einen scharfen Revolver sowie Teile einer Panzerabwehrrakete ohne Sprengkopf.

Den Ermittlern zufolge betreute der 83-Jährige ehrenamtlich Schüler bei deren Hausaufgaben. Es gebe aber keine Hinweise, dass der Beschuldigte sein Ehrenamt ausgenutzt hat, um Kinder sexuell zu missbrauchen, teilten die Behörden im Juni mit. Die Auswertung der im Haus des Mannes gefundenen kinderpornografischen Aufnahmen dauert laut Polizei an.

mxw



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