Prozess in Wuppertal Mutmaßlicher Kindesentführer verharmlost Geschehnisse

In Wuppertal muss sich ein 22-Jähriger wegen Freiheitsberaubung und versuchten sexuellen Kindesmissbrauchs verantworten. Die Vorkommnisse aus dem Frühjahr hat der Angeklagte nun zurückgewiesen.

Der wegen Freiheitsberaubung und versuchten sexuellen Kindesmissbrauchs Angeklagte steht im Gerichtssaal zwischen seinen Anwälten
DPA/Oliver Berg

Der wegen Freiheitsberaubung und versuchten sexuellen Kindesmissbrauchs Angeklagte steht im Gerichtssaal zwischen seinen Anwälten


Der mutmaßliche Kindesentführer von Velbert in Nordrhein-Westfalen hat seine Handlungen vom Februar vor Gericht als völlig harmlos dargestellt. Er habe den Jungen nur zu seiner Schule bringen wollen, weil er wegen eines Praktikums dorthin gewollt habe, sagte er beim Prozessauftakt am Wuppertaler Landgericht. Der 22-Jährige muss sich wegen Freiheitsberaubung und versuchten sexuellen Kindesmissbrauchs verantworten.

Er gab erneut zu, den Grundschüler in einem von ihm angemieteten Auto mitgenommen zu haben. Als er bei einem Wendemanöver mit seinem Wagen in einer Kurve von der Straße abkam, habe er ihn mit seinem Tretroller aber ziehen lassen. Diese Version hatte der Angeklagte bereits nach seiner Festnahme abgeliefert. Weil sie nicht zu widerlegen war, blieb er auf freiem Fuß.

Doch dann stellten die Ermittler fest, dass der 22-Jährige sich zuvor im Internet intensiv mit dem Entführen, Missbrauchen und Ermorden von Kindern beschäftigt haben soll. Erst daraufhin konnten sie einen Haftbefehl gegen ihn erwirken.

Der kleine Junge musste vor Gericht als Zeuge aussagen. Dies geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Wuppertaler Landgericht hat für den Prozess sechs Verhandlungstage angesetzt.

bam/dpa



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