Verfahrensende in Wuppertal Notorische Schwarzfahrerin "Oma Gertrud" ist tot

22-mal wurde sie beim Schwarzfahren erwischt, dafür sollte sie ins Gefängnis. Nun ist die als "Oma Gertrud" bundesweit bekannt gewordene Rentnerin aus Wuppertal tot.
"Oma Gertrud" vor Gericht (Archiv): Mit ihrem Tod endet auch das Verfahren gegen sie

"Oma Gertrud" vor Gericht (Archiv): Mit ihrem Tod endet auch das Verfahren gegen sie

Foto: Caroline Seidel/ dpa

Wuppertal - Die als notorische Schwarzfahrerin bundesweit bekannt gewordene "Oma Gertrud" aus Wuppertal ist tot. Das teilte eine Sprecherin des Wuppertaler Amtsgerichts am Montag mit.

Ein Richter hatte die 87 Jahre alte Wiederholungstäterin im vergangenen Jahr nach neun Tagen Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt. Das Strafverfahren wurde später unterbrochen, um die Verhandlungs- und Schuldfähigkeit der Seniorin zu klären. Mit dem Tod der alten Dame sei es nun beendet, teilte das Gericht mit. In dem Verfahren ging es um 22 Fälle sogenannter Beförderungserschleichung.

"Oma Gertruds" Fall hatte bundesweit eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst - und eine Diskussion über den Sinn von Gefängnisstrafen in Fällen wie ihrem: Die 87-Jährige hatte ihre Geldstrafe nicht zahlen können. Zahlreiche Bürger hatten sich gemeldet, um sie "freizukaufen" und ihr die Haft zu ersparen.

Keinem der beteiligten Beamten sei die Festnahme der alten Dame leicht gefallen, hatte ein Sprecher der Bundespolizei berichtet - und damit auf den Fall aufmerksam gemacht. Ein Amtsrichter hatte später ebenfalls bemerkt, dass er den Haftbefehl "schweren Herzens" erlassen habe.

sun/dpa
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