Zeitungsbericht Zwei Frauen in Papua-Neuguinea geköpft

Im pazifischen Inselstaat Papua-Neuguinea sind einem Zeitungsbericht zufolge zwei ältere Frauen gefoltert und enthauptet worden. Dorfbewohner hatten ihnen Hexerei vorgeworfen. Gegen den wütenden Mob war selbst die Polizei hilflos - sie musste den Lynchmord mit ansehen.


Port Moresby - Erneut ist es in Papua-Neuguinea zu einem Gewaltausbruch wegen vermeintlicher Hexerei gekommen. Einem Bericht der Tageszeitung "Post Courier" zufolge wurden zwei ältere Frauen gefoltert und schließlich geköpft, weil man sie der schwarzen Magie verdächtigte. Die Polizei spricht der Zeitung zufolge von einem "sinnlosen und barbarischen" Verbrechen.

Den Angaben zufolge wurden die Opfer bereits vergangene Woche in das Dorf Lopele verschleppt und drei Tage lang gefoltert. Ihnen sei vorgeworfen worden, als Hexen für den Tod eines Lehrers aus dem Dorf verantwortlich zu sein. Die Frauen seien mit Messern und Äxten verletzt worden. Hinter ihrer Verschleppung steckten demnach Verwandte des Lehrers.

Die Polizei, die zu Verhandlungen nach Lopele geschickt wurde, konnte nach eigenen Angaben nichts gegen die wütende und zum Teil mit Schusswaffen ausgerüstete Menge ausrichten. "Wir waren hilflos", sagte der örtliche Polizeichef der Zeitung. Vor den Augen der Sicherheitskräfte wurden die Frauen schließlich enthauptet.

In Papua-Neuguinea sind der Glaube an schwarze Magie und Hexerei immer noch weit verbreitet. Erst vor einigen Tagen war berichtet worden, dass sechs Frauen unter Hexerei-Verdacht mit glühenden Eisen gefoltert wurden. Im Februar wurde eine Frau bei lebendigem Leib verbrannt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Regierung von Papua-Neuguinea aufgefordert, mehr gegen Gewalttaten im Zusammenhang mit angeblicher Hexerei zu unternehmen.

rls/AFP

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