Zeitungsbericht Britische Banden missbrauchen asiatische Kinder für Hasch-Produktion

Sie sind noch Kinder, sie schuften auf Cannabis-Plantagen und werden behandelt wie Sklaven: In Großbritannien werden laut einem Bericht des "Independent on Sunday" hunderte asiatische Kinder von organisierten Banden ins Land geholt und für die Drogenproduktion eingesetzt.

London - Die jungen Asiaten, die mitunter nicht älter als 13 Jahre alt sind, sind heimlich ins Land gebracht worden und werden von Kriminellen wie Sklaven gehalten, berichtete die britische Wochenzeitung "The Independent on Sunday". Die Kinder hätten vor allem Gärtnerarbeiten bei der Zucht von Haschpflanzen übernehmen müssen.

Es gebe klare Beweise, dass junge Menschen zur Zwangsarbeit für die Cannabis-Produktion illegal nach Großbritannien gebracht und dort auch weiterverkauft würden, bestätigte die Direktorin der internationalen Kinderrechtsorganisation Ecpat, Christine Beddoe in dem Zeitungsbericht. "In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Zahl der uns berichteten Fälle verfünffacht", sagte sie. Niemand kenne aber bislang das wahre Ausmaß des Problems.

Immer wieder würden Kinder in verriegelten Häusern entdeckt. Sie hätten keine Chance zu fliehen, weil die Türen und Fenster mit Elektroschock-Drähten abgesichert sind, heißt es in dem Bericht. Derzeit spüre die Polizei pro Tag drei Häuser dieser Art auf.

Der Handel mit Cannabis wird nach Angaben der Zeitung in Großbritannien vor allem von vietnamesischen Banden kontrolliert. Die Produktion in Großbritannien habe rapide zugenommen, nachdem die Regierung 2004 die Strafen für Drogendelikte im Zusammenhang mit Hasch herabgesetzt habe. Experten gehen dem Medienbericht zufolge davon aus, dass Kriminelle, die eine Drei-Zimmer-Wohnung in eine Cannabis-Plantage umwandeln, bis zu 430.000 Euro pro Jahr verdienen.

reh/AFP