Zerstörte Radarfalle DNA und Foto überführen rabiate Raser

Knapp vier Monate nach der Zerstörung einer Radaranlage bei Kassel sind zwei junge Männer als Täter identifiziert worden. Die Polizei kam anhand der Aufnahmen des Blitzers auf die Spur der Raser und überführte sie mit DNA-Proben.


Kassel - In der Nacht zum 24. Juni hatten Unbekannte die Radaranlage an der Bundesstraße 7 bei Kassel in Brand gesetzt und einen Schaden von rund 50.000 Euro verursacht. Schon damals hatte die Polizei vermutet, dass Temposünder die Aufnahmen unbrauchbar machen wollten.

Tatsächlich schien ihnen das auch gelungen zu sein. Nicht nur die Verkehrsbehörde konnte die Daten der Speicherkarte nicht lesen, auch eine Spezialfirma hatte keinen Erfolg. Daraufhin machten sich die Techniker im Polizeipräsidium selbst an die Arbeit - und waren erfolgreich.

"Die Fotos von rund 60 Temposündern der letzten Stunden vor dem Brand konnten wieder vollständig hergestellt werden", meldete die Polizei nun. Spitzenreiter war ein Auto aus dem westfälischen Bad Berleburg, das statt mit 80 mit 133 Stundenkilometern unterwegs war.

Auf dem Bild waren zwei junge Männer und eine junge Frau zu sehen. Die um Hilfe gebetenen Kollegen in Westfalen erkannten die beiden Männer: einen 20-Jährigen und einen 21-Jährigen, die bereits mehrere Diebstähle begangen hatten.

Die Ermittler durchsuchten die Wohnungen der Verdächtigen und nahmen Speichelproben, die bei den Männern laut Polizei "eindeutig zum Erfolg" führten.

"Auch wenn die beiden Hauptbeschuldigten trotz der eindeutigen Beweislage kein Geständnis abgelegt haben, ist diese Tat für uns jetzt zweifelsfrei geklärt", sagte Thomas Koch von der Kasseler Kriminalpolizei am Donnerstag.

siu/dpa



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