Zufallstreffer Polizei findet Kokain in Millionenwert unter Autositzen

Die Polizei machte auf der A8 München-Salzburg einen spektakulären Fund: 72 Kilogramm Kokain stellten die Fahnder bei einer Kontrolle sicher. Die Drogen waren in einem Auto aus Neapel unter den Sitzen versteckt.


Raubling - Volltreffer auf der A8: Ohne besonderen Verdacht zogen sogenannte Schleierfahnder am Sonntag nahe der Ausfahrt Bad Aibling einen Wagen mit italienischem Kennzeichen aus dem Verkehr. Dann die große Überraschung: Unter den Sitzen fanden sie 59 Pakete mit insgesamt 72 Kilogramm Kokain - es war der drittgrößte Kokainfund in Bayern seit 1995.

Der Fahrer des Wagens gibt sich unschuldig, er will von der brisanten Fracht nichts gewusst haben. Laut der Staatsanwaltschaft Traunstein handelt es sich um einen städtischen Angestellten aus Neapel: 50 Jahre alt, verheiratet, zwei erwachsene Kinder. "Es sind Täterangaben, die wir überprüfen müssen", schränkte die Staatsanwältin ein. Der Mann sitzt seit Montag in Traunstein in Untersuchungshaft. Am dortigen Landgericht dürfte ihm schon bald der Prozess gemacht werden. Die Höchststrafe beträgt 15 Jahre.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Rauschgift für den Raum Neapel gedacht war. Es soll sich um hochwertiges Kokain handeln, das auf dem Markt vier Millionen Euro eingebracht hätte.

Das Rauschgiftdezernat des bayerischen Landeskriminalamtes registriert seit 2001 eine steigende Nachfrage nach Kokain in Westeuropa. England, Dänemark und Italien, aber auch Deutschland sind Hauptabnehmerländer. "Nach Cannabis-Produkten ist Kokain die wichtigste Droge geworden", sagte LKA-Mitarbeiter Torsten Wittke. Ob die Mafia in die Geschäfte und speziell in die Kurierfahrt vom Sonntag verwickelt ist, sollen die Ermittlungen zeigen. "Es ist aber schon zu vermuten, dass eine Organisation dahintersteht", sagte Wittke.

hut/dpa



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