Urteil Zugtoiletten angezündet - Mann muss drei Jahre in Haft

Achtmal zündete ein Mann Zugtoiletten am Flensburger Bahnhof an, der Schaden belief sich auf knapp 700.000 Euro. Nun wurde der 49-Jährige zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Eingang zum Landgericht in Flensburg: Drei Jahre Haft wegen Brandserie in Zugtoiletten
DPA

Eingang zum Landgericht in Flensburg: Drei Jahre Haft wegen Brandserie in Zugtoiletten


Flensburg - Im Fall einer Brandserie am Flensburger Bahnhof ist ein 49 Jahre alter Mann zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht befand den ehemaligen Mitarbeiter einer Bahn-Reinigungsfirma am Donnerstag für schuldig, zwischen Silvester 2010 und Juni 2014 insgesamt achtmal in Zugtoiletten Feuer gelegt zu haben.

Der Mann aus Schleswig-Holstein hatte die Taten gestanden. Insgesamt hatte seine Zündelei einen Schaden von fast 700.000 Euro angerichtet.

Das "Flensburger Tageblatt" berichtet, der Mann sei von seinem Umfeld als überarbeitet und gestresst beschrieben worden. Er habe als Vorarbeiter der Bahn-Reinigungsfirma Müll einsammeln und Toiletten reinigen müssen. Er habe sich jedoch nicht getraut, die Arbeitsbedingungen zu kritisieren. Stattdessen habe er begonnen zu trinken.

Laut Bericht sagte eine Sachverständige vor Gericht aus, der Mann habe Hilflosigkeit ausgestrahlt. Die Brände dienten demnach der Frustbewältigung.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Außerdem ordnete es eine Therapie in einer Entzugsklinik an.

gam/dpa



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