Zuschauer stört Schweigeminute bei Länderspiel "Einigkeit und Recht und Freiheit ..." - "Halt die Fresse"

Vor dem deutschen Länderspiel gegen Argentinien wurde in einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags in Halle gedacht. Ein Zuschauer sang währenddessen die Nationalhymne und sorgte für einen Eklat.

Vor dem Länderspiel zwischen Deutschland und Argentinien kam es zu einem Eklat
Christof Koepsel/Getty Images

Vor dem Länderspiel zwischen Deutschland und Argentinien kam es zu einem Eklat


Nach dem Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle ist es vor dem Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Argentinien zu einem Eklat gekommen. Die Schweigeminute vor dem Spiel wurde offenbar von einem Mann gestört, der laut die Nationalhymne brüllte, wie im Fernsehen deutlich zu hören war.

Erst als ein weiterer Zuschauer "halt die Fresse" in Richtung des Mannes rief, verstummte dieser. Im Stadion war daraufhin Applaus zu hören, Nationalspieler Serge Gnabry schmunzelte. Auf Twitter sorgte der Hymnensinger während der Schweigeminute für Empörung. "Fußball, du kannst so hässlich sein", twitterte ein User.

Anlass der Schweigeminute war der Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle. Dort hatte am Mittag ein Mann eine Passantin nahe dem jüdischen Friedhof sowie einen Gast in einem Dönerimbiss erschossen. Der Täter hatte zudem versucht, am jüdischen Feiertag Jom Kippur in eine Synagoge einzudringen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, dass es nach Einschätzung des Generalbundesanwalts ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund gebe. "Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt", sagte Seehofer.

hba



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