Rassismus-Streit in den Niederlanden Juristische Niederlage für Gegner von "Zwarte Piet"

Ist der "Zwarte Piet" eine rassistische Karikatur - oder eine harmlose Fantasiefigur? Im Streit über den niederländischen Nikolaus-Helfer gibt es jetzt ein Urteil des höchsten Verwaltungsgerichts.
Frau in "Zwarte Piet"-Kostüm (Archiv): Pfeffernüsse und Geschenke für Kinder

Frau in "Zwarte Piet"-Kostüm (Archiv): Pfeffernüsse und Geschenke für Kinder

Foto: ROBIN VAN LONKHUIJSEN/ AFP

Den Haag - Die niederländische Version des Nikolaus ("Sinterklaas") darf bei ihrem öffentlichen Einzug von schwarz geschminkten "Zwarte Piet"-Figuren begleitet werden. Das hat jetzt das höchste Verwaltungsgericht des Landes in Den Haag entschieden. Ein Bürgermeister habe kein Recht, dies wegen möglicher Diskriminierung zu verbieten. In erster Instanz hatte ein Gericht in Amsterdam den Klägern noch recht gegeben und den "Zwarte Piet" ("Schwarzer Peter") eine "negative stereotype Figur" genannt.

Der Sinterklaas kommt nach der Legende immer Mitte November in die Niederlande, um den Kindern Geschenke zu bringen. Begleitet wird der weiße Bischof von zahlreichen schwarz geschminkten Helfern mit lockigen Haaren und bunten Fantasiekostümen. Diese "Zwarte Pieten" streuen Pfeffernüsse und bringen Kindern Geschenke.

Viele schwarze Bürger fühlen sich durch die Figur des Schwarzen Peters verletzt und diskriminiert; sie fordern die Abschaffung des Brauchs. Dagegen wollen zahlreiche weiße Niederländer die Tradition beibehalten - sie halten den "Zwarte Piet" für eine harmlose Fantasiefigur.

Das Nikolausfest wurde im vergangenen Jahr von heftigen Protesten begleitet, Bürger und Organisationen verklagten die Stadt Amsterdam, weil diese den Sinterklaas-Umzug erlaubt hatte.

In dem aktuellen Urteil äußerte sich das Gericht nicht zur Rassismusfrage. Dazu sei es nicht befugt, heißt es in dem Urteil. Der Staatsrat könne und werde nicht die Frage beantworten, ob der "Zwarte Piet" gegen niederländische Anti-Diskriminierungsgesetze verstoße, sagte der Vorsitzende Richter Jaap Polak. Dem Urteil zufolge können die Kläger stattdessen zivil- oder strafrechtlich gegen die Organisatoren von Nikolausumzügen vorgehen.

Das Sinterklaas-Fest wird in den Niederlanden schon seit dem 14. Jahrhundert gefeiert. Doch erst seit rund hundert Jahren wird der holländische Nikolaus auch von den "Zwarte Pieten" begleitet.

rls/dpa/AP
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