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04. Dezember 2011, 13:53 Uhr

Zwickauer Zelle

Holger G. soll Terror-Trio Waffen beschafft haben

Holger G., bereits inhaftierter mutmaßlicher Komplize der Zwickauer Zelle, soll nach Informationen des SPIEGEL dem Terror-Trio Mundlos, Bönhardt und Zschäpe eine Schusswaffe überbracht haben. Bei der Fahndung nach den Rechtsextremisten gab es eklatante Pannen.

Hamburg - Im Jahr 2001 oder 2002 soll Holger G. nach SPIEGEL-Informationen eine Schusswaffe von dem ebenfalls verhafteten Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben erhalten haben, mit dem Auftrag, diese zu Uwe Mundlos in eine konspirative Wohnung in Zwickau zu bringen. Der Anwalt von G. wollte sich zu dem Vorwurf nicht äußern.

Dem Bericht zufolge kam es außerdem zu weiteren Pannen bei der Fahndung nach dem 1998 untergetauchten Neonazi-Trio: So hatte der Verfassungsschutz bereits im Mai 2000 offenbar den steckbrieflich gesuchten Uwe Böhnhardt auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarkts in Chemnitz observiert und sogar ein Foto von ihm geschossen.

Zu einer Festnahme kam es jedoch damals ebenso wenig wie im März 2002, als die Behörden weitere konkrete Hinweise erhalten hatten, dass sich die Rechtsextremisten in Chemnitz aufhielten.

Aus dem Untergrund heraus soll einer der Terroristen, offenbar Uwe Mundlos, nach Erkenntnissen des brandenburgischen Verfassungsschutzes anonym einen Aufsatz in einer Neonazi-Zeitung publiziert haben. In dem Artikel wurde gegen "Kameraden" gewettert, die "nicht den Kampf zum Lebensinhalt" hätten, "sondern das Vergnügen", und zur Unterstützung "nationaler Parteien" aufgerufen.

ala/dpa

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