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31. Juli 2009, 07:07 Uhr

Zwölf-Stunden-Kaperung

Frachter auf Ostsee von Piraten überfallen

Sie waren maskiert und gaben sich als Drogenfahnder aus: Acht Piraten haben vor einer Woche in schwedischen Gewässern einen Frachter gekapert - erst jetzt wurde die Aktion bekannt. Die russische Besatzung wurde gefangen genommen und misshandelt. Nach zwölf Stunden war die Kaperung vorbei.

Stockholm/Helsinki - Dramatische Szenen auf der Ostsee: Piraten haben in schwedischen Gewässern einen Frachter gekapert. Wie Medien in Stockholm und Helsinki am Freitagmorgen berichteten, ereignete sich die nach zwölf Stunden wieder beendete Kaperung des auf Malta registrierten Schiffs "Arctic Sea" bereits vor einer Woche. Die Online-Ausgabe der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" schreibt unter Berufung auf die Kriminalpolizei, dass der Frachter um 3 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der vergangenen Woche angegriffen wurde.

Acht maskierte Männer enterten den Berichten zufolge das mit Baumstämmen beladene Schiff und gaben sich als Drogenfahnder der Polizei aus. Sie nahmen die 15 russischen Besatzungsmitgliedern gefangen und durchsuchten die Laderäume. Mehrere Besatzungsmitglieder wurden geschlagen. Die Angreifer sollen Englisch gesprochen haben. Die schwedische Polizei geht davon aus, dass die Männer Drogen erbeuten wollten.

Die zuständige Reederei in Finnland meldete den Fall nur der russischen Botschaft in Helsinki, die erst mit Verspätung skandinavische Behörden informierte. Schwedens Polizei bestätigte die Angaben. Sie sucht nun nach Seglern, die den Angriff beobachtet haben könnten.

Man habe noch keine Erkenntnisse über die Hintergründe.

anr/dpa

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