Zwölffach-Mord Russische Polizei fasst mutmaßlichen Drahtzieher

Brutal sollen etwa 20 Angreifer drei Familien in Südwestrussland ausgelöscht haben. Jetzt nahm die Polizei erste Tatverdächtige fest. Das Motiv ist noch unbekannt, die Opfer sollen sich aber geweigert haben, Land an örtliche Unternehmer zu verkaufen.


Moskau - Am Montag bestätigte ein Sprecher der russischen Staatsanwaltschaft, dass ein Tatverdächtiger festgenommen wurde, der den Mord an drei Familien in der Stadt Kuschowskaja in der südwestrussischen Region Krasnodar geplant haben soll. Sergei Z. wird vorgeworfen, den Tod von zwölf Menschen, darunter vier Kindern, organisiert zu haben.

Am 5. November hatten sich mehrere Familien für eine Feier im Haus eines Bauern in Kuschowskaja zusammen gefunden. Eine Gruppe von angeblich 20 Angreifern hatte dann das Haus gestürmt und zwölf Menschen getötet, die meisten von ihnen mit Messerstichen. Ein Kind wurde den Ermittlern zufolge erdrosselt, ein weiteres starb an Rauchvergiftung, nachdem die Täter - vergeblich - versucht hatten, das Haus niederzubrennen, um Spuren zu verwischen.

Bereits vergangene Woche waren vier Tatverdächtige festgenommen worden, darunter zwei Minderjährige. Zu einem möglichen Tatmotiv machten die Ermittler bisher keine Angaben. Laut der Zeitung "Iswestija" ist Z. Mitglied eines örtlichen Landwirtschaftsunternehmens, das seit Jahren auf Kosten der Bauern expandiert. Dem Blatt zufolge soll sich einer der getöteten Bauern geweigert haben, sein Land zu überschreiben.

ala/AP



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.