Mordserie auf Zypern Ermittler finden fünfte Leiche

Die mutmaßliche Mordserie eines Armeeoffiziers erschüttert Zypern. Nun haben Taucher auf dem Grund eines Sees eine weitere Leiche gefunden - in einem Koffer. Es soll sich um ein Kind handeln.

Taucher suchen in einem See auf Zypern nach weiteren Leichen.
Petros Karadjias/AP/DPA

Taucher suchen in einem See auf Zypern nach weiteren Leichen.


Ermittler haben auf Zypern das fünfte Opfer eines mutmaßlichen Serienmörders entdeckt. Taucher fanden die Leiche in einem Koffer, der mit Zement beschwert in einem Baggersee versenkt worden war, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK). Einem Polizeisprecher zufolge soll es sich bei der Leiche um ein Kind handeln. Die Zahl der bisher gefundenen Opfer steigt damit auf fünf.

Der Verdächtige, ein 35-jähriger Hauptmann der zyprischen Nationalgarde, hat nach Polizeiangaben bisher sieben Morde gestanden. Die Opfer - fünf Frauen und zwei Kinder - sollen aus Asien und Rumänien stammen. Die Frauen hatten demnach als Haushälterinnen auf Zypern gearbeitet.

Leiche in verlassenem Schacht

Der Fall beschäftigt die zyprische Öffentlichkeit seit gut drei Wochen. Mitte April hatten Touristen die erste Leiche in einem verlassenen Schacht entdeckt. Am 18. April wurde der Verdächtige festgenommen; wenig später fanden Ermittler in dem Schacht eine zweite Leiche. Eine dritte Leiche wurde in einem Brunnen gefunden, eine vierte in einem Koffer am Grund des Baggersees.

Die jahrelang unentdeckte Mordserie hat sich zu einem Skandal ausgewachsen. Kritiker werfen den Behörden vor, nicht ermittelt zu haben, weil es sich bei den Opfern um Ausländerinnen und "Bürger zweiter Klasse" gehandelt habe. Sie seien schon 2016 als vermisst gemeldet worden. Der Justizminister trat zurück, der Polizeichef wurde entlassen. Die Ermittler fürchten, dass der 35-Jährige noch mehr Frauen getötet haben könnte.

jpz/dpa/AFP



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