Justizentscheidung Tatjana Gsell bleibt hinter Gittern

Tatjana Gsell, Witwe des bei einem Überfall getöteten Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell, muss weiterhin in Haft bleiben - obwohl die Vorwürfe gegen sie jetzt abgeschwächt wurden. Es besteht erhebliche Fluchtgefahr, urteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth.


Witwe Gsell: "Erheblicher Fluchtanreiz"
DPA

Witwe Gsell: "Erheblicher Fluchtanreiz"

Nürnberg - Das Gericht verwarf am Dienstag die Haftbeschwerde Gsells, die seit zwei Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Gleichzeitig wurde der Tatvorwurf gegen die Witwe des bekannten Arztes abgeschwächt: Demnach wird Gsell nicht mehr Anstiftung zum Raub mit Todesfolge sondern nun gemeinschaftliche Nötigung und gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. An der Vorbereitung der Tat, dem Überfall auf Franz Gsell am 5.1.2003, sei die Beschuldigte beteiligt gewesen.

Nach Angaben der Strafkammer besteht "erheblicher Fluchtanreiz", da die Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe rechnen müsse, die aller Voraussicht nach nicht zur Bewährung ausgesetzt werden könne, hieß es in der Presseerklärung. Für den Strafbestand der Körperverletzung mit Todesfolge sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren vor.

Gsells Anwälte kündigten sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht an.

Der Chirurg war Ende März an den Folgen des Überfalls gestorben. Seine Frau wurde nach der Überwachung ihrer Telefongespräche einen Monat später festgenommen.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.