Whiteout-Bedingungen »Can’t see shit«

»Mutter Natur verlangt uns alles ab, mit allem, was sie zu bieten hat«, sagt die Gouverneurin von New York: Extreme Kälte und heftiger Schneefall legen die USA und Kanada weiterhin lahm. Autofahrten sind nahezu unmöglich.
Ein Mann wagt sich auf Skiern auf die Straße von Amherst im US-Bundesstaat New York

Ein Mann wagt sich auf Skiern auf die Straße von Amherst im US-Bundesstaat New York

Foto: Brendan Mcdermid / REUTERS

Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, eisiger Wind, heftige Schneefälle: In weiten Teilen der USA sorgt ein Wintersturm weiterhin für Chaos. Vor allem um die Großen Seen im Nordosten der USA und an der Grenze zu Kanada sind die Zustände lebensbedrohlich. Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom. Für viele Menschen bescherte das Sturmtief »Elliott« ein Weihnachtsfest unter Extrembedingungen.

DER SPIEGEL

Mit aller Wucht traf der Sturm etwa die Stadt Buffalo, die am Ufer des Eriesees im US-Bundesstaat New York liegt. Heftige Schneefälle und orkanartige Winde sorgten für sogenannte Whiteout-Bedingungen auf den Straßen, bei denen Autofahrer durch die extrem eingeschränkte Sicht die Orientierung verlieren können. Ein Mann filmte, wie er in Kanada versucht, Auto zu fahren. Durch die Windschutzscheibe ist zu erkennen, dass der Fahrer kaum etwas sehen konnte. »Can't see shit« schrieb er dazu, frei übersetzt: »Ich kann nichts sehen.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Viele Menschen saßen in ihren Wohnungen und Autos fest. Polizei und Feuerwehr konnten zeitweise kaum auf Notrufe reagieren. Allein im Bezirk Erie County starben nach Behördenangaben vom Sonntag sieben Menschen. Am Samstag hätten Rettungskräfte per Telefon bei der Geburt eines Kindes geholfen, schrieb die »New York Times«. 

Auf Twitter teilten Menschen ihre Eindrücke von der Kälte und posteten Bilder von den Schnee- und Eismassen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Zahl der Todesopfer stieg weiter an. US-Medien berichteten am Sonntag, durch den Wintersturm seien deutlich mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Der Sender NBC berichtete unter Berufung auf eine eigene Zählung von mehr als 40 Todesopfern , der Sender ABC von mindestens 39 . Rettungskräfte und Behördenvertreter rechneten mit einer weiter steigenden Zahl an Opfern.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auf Fernsehbildern waren Straßen zu sehen, die mit einer dicken Eisschicht überzogen waren. Autos und Lkws schlitterten über die Fahrbahn, krachten gegeneinander oder kamen von der Fahrbahn ab.

Hunderttausende Haushalte waren am Wochenende von Stromausfällen betroffen. Am Samstagvormittag (Ortszeit) waren zeitweise mehr als 1,6 Millionen Haushalte ohne Strom, wie die Website PowerOutage zeigte. Die arktische Kältefront brachte auch die Weihnachtspläne von vielen Reisenden durcheinander: Von Freitag bis Sonntag wurden nach Angaben der Flugdaten-Website FlightAware mehr als 10.000 Flüge gestrichen. An vielen Flughäfen herrschte Chaos. Manche wurden vorübergehend geschlossen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Auswirkungen der Kältewelle waren bis in den Süden der USA zu spüren. Ernst wurde die Lage angesichts der gefallenen Temperaturen auch für Migrantinnen und Migranten an der Grenze zu Mexiko, von denen derzeit viele auf den Straßen der Grenzstädte campieren.

Am Sonntag beruhigte sich der Sturm in den meisten Bundesstaaten etwas. Der Wintersturm hatte weite Teile der USA bereits seit dem Vorweihnachtstag im Griff. Mehr als 200 Millionen Menschen hatten Unwetterwarnungen erhalten. Mehrere Bundesstaaten hatten vorsichtshalber den Notstand ausgerufen, unter anderem New York. »Mutter Natur verlangt uns dieses Wochenende alles ab, mit allem, was sie zu bieten hat«, hatte die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, gesagt.

kha/dpa

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.