Regen- und Schneefälle in Österreich Einsatzkräfte bergen toten Senior nach Erdrutsch

Unwetter halten die Menschen in Österreich in Atem. Ein 79-Jähriger starb in Bad Kleinkirchheim in der Nähe seines Hauses.

Zerstörtes Haus: Ein Erdrutsch traf das Gebäude in Bad Kleinkirchheim
Gert Eggenberger/ APA/ dpa

Zerstörtes Haus: Ein Erdrutsch traf das Gebäude in Bad Kleinkirchheim


Nach tagelangen heftigen Regen- und Schneefällen ist in Österreich ein 79-Jähriger tödlich verunglückt. Der Mann wurde von einem Erdrutsch verschüttet und konnte nur noch tot geborgen werden, wie die Polizei der österreichischen Nachrichtenagentur APA mitteilte.

Ein Suchhund habe die Leiche außerhalb seines Hauses entdeckt. Das Gebäude in Bad Kleinkirchheim in Kärnten war von dem schweren Geröll zu großen Teilen zerstört worden. "Er wurde von den Erdmassen begraben", sagte Bürgermeister Matthias Krenn.

In Österreich gibt es in sämtlichen von Unwettern betroffenen Regionen Hochwasser. Aus fast allen Gemeinden im Bezirk Spittal an der Drau wurden Murenabgänge gemeldet, wie die "Kleine Zeitung" berichtete. Im Bezirk St. Veit gab es vielerorts Überschwemmungen, weil die Gurk über die Ufer getreten war. Zahlreiche Straßen und Bahnstrecken blieben aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Lawinenwarndienst Kärnten rief für Teile des Bundeslands die höchste Lawinenwarnstufe aus.

Weiterer Regen und Schnee vorausgesagt

Die Einsatzkräfte versuchten, sich am Vormittag mit Erkundungsflügen einen Überblick über die Lage zu machen. Dabei wurden vor allem kritische Hanglagen beobachtet. Vielerorts war der Boden durch die großen Niederschlagsmengen sehr aufgeweicht. Da es am Dienstag erneut regnen und schneien soll, sind weitere Hangrutsche und Lawinen nicht ausgeschlossen. Ab Mittwoch soll sich das Wetter beruhigen.

In Teilen Österreichs hat es im laufenden Monat bereits viermal so viel geregnet und geschneit wie sonst in einem gesamten November. Problem sei, dass sich derzeit warme Luft aus dem Süden und kältere Luft aus dem Norden über dem Mittelmeer vermische und so Tiefdruckgebiete entstünden, sagte Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). "Die Alpen stehen dann da wie eine Staumauer, man spricht dann auch vom Südstau."

Statistisch betrachtet seien etwa im Raum Lienz in Osttirol die Niederschläge innerhalb von drei Tagen zuletzt so hoch gewesen wie sonst nur alle 40 bis 50 Jahre. Laut ZAMG regnete es zwischen Freitag, 7 Uhr, und Montag, 7 Uhr, in Kornat in Kärnten am meisten - 277 Millimeter an Wasser kamen hier herunter. In Lienz waren es 206 Millimeter.

Leichte Entwarnung

Hinsichtlich der Pegelstände gab das Land Kärnten am Mittag leichte Entwarnung. "Das Schlimmste ist bezogen auf die Höhe der Pegelstände an den großen Flüssen vorbei", sagte Johannes Moser vom Hydrographischen Dienst des Landes Kärnten der "Kleinen Zeitung".

Die heftigen Schnee- und Regenfälle hatten bereits am vergangenen Mittwoch begonnen. Besonders betroffen waren seitdem stets Osttirol, Teile Kärntens, das südliche Salzburger Land und auch das italienische Südtirol. Dort ließ ein Erdrutsch einen Zug entgleisen. Verletzt wurde bei dem Vorfall am Montag im Pustertal niemand, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete.

Der am Sonntag durch eine Lawine abgeschnittene Ort Martell im Westen Südtirols ist wieder erreichbar. 40 bis 50 höher gelegene Häuser mit 200 bis 250 Bewohnern sind laut dem Bürgermeister aber weiter eingeschlossen.

Auch im Tiroler Stubaital saßen am Vormittag weiter rund 250 Gäste und Mitarbeiter der Gletscherbahnen fest. Nach einem Lawinenabgang nahe der Straße in der Nähe der Talstation musste am Sonntag eine Straße gesperrt werden. Die Eingeschlossenen verbrachten die Nacht im Hotel bei der Talstation und in den Räumlichkeiten der Gletscherbahn.

bbr/dpa

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