Baden-Württemberg Arbeiter entdecken jahrzehntealten Weinschatz – mit Flaschenpost

Bauarbeiten in einem badischen Weinkeller haben einen kuriosen Schatz zutage gefördert. Neben gut 50 Jahre alten Weinen gehört dazu ein Brief, der den Sinn der Zeitkapsel erklärt.
Johannes Freiherr von Gleichenstein mit einer der jetzt entdeckten Weinflaschen

Johannes Freiherr von Gleichenstein mit einer der jetzt entdeckten Weinflaschen

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

Bei Umbauarbeiten in einem Weinkeller im Kaiserstuhl wurden 37 versteckten Flaschen mit Tropfen aus den Siebzigerjahren entdeckt. Mit dem Wein vergraben war auch eine Flaschenpost, die drei Männer an die Nachwelt adressiert hatten, wie Inhaber Johannes Freiherr von Gleichenstein der Nachrichtenagentur dpa sagte. Zuerst hatte die »Badische Zeitung«  über den Fund berichtet.

Die drei Männer hatten vor rund 50 Jahren einen Tunnel zwischen zwei Weinkellern des Guts in Vogtsburg gegraben, berichtet Gleichenstein. Dabei versteckten die Arbeiter ihren alkoholischen Gruß an die Nachwelt im Erdreich – und eben die Flaschenpost.

Im Brief steht: »Sollte der Wein gefunden werden, so bitten die Erbauer um Nachricht.« Einer der drei Tunnelbauer sei inzwischen verstorben, sagte Gleichenstein. Die anderen habe er wie gewünscht kontaktiert. Sie hätten sich sehr gefreut.

Die Etiketten sind verwittert, der Brief war aber gut lesbar, das Foto zeigt eine Kopie

Die Etiketten sind verwittert, der Brief war aber gut lesbar, das Foto zeigt eine Kopie

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

Die Männer hätten ihren Schatz als eine Art historisches Dokument gesehen, »damit man sich irgendwann mal dran erinnert, wer damals in mühseliger Handarbeit den Tunnel gegraben hat«, so Gleichenstein.

Jetzt wurde der Tunnel verbreitert, um Platz für weitere 140.000 Liter Wein zu schaffen. Dabei tauchten die in den Siebzigerjahren als eine Art Zeitkapsel vergrabenen Weinflaschen auf. Die meisten der gefundenen Flaschen kommen ins hauseigene Weinarchiv, wie der Winzer sagte. Ein paar wolle er aber demnächst öffnen und die alten Tropfen im Kreise von Familie und Mitarbeitern probieren.

mak/dpa
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