Drohende Waldbrände Kalifornien verhängt Alarmstufe "Red Flag"

Ein Großbrand nahe dem Weinanbaugebiet Napa Valley ist noch nicht unter Kontrolle. Nach der Wettervorhersage für die kommenden Tage drohen der US-Westküste jedoch bereits neue Feuer.
Feuerwehrleute an einem Brandherd des Glass-Feuers

Feuerwehrleute an einem Brandherd des Glass-Feuers

Foto: ADREES LATIF / REUTERS

Anhaltende Hitze, Trockenheit und starke Winde drohen die Waldbrände in Nordkalifornien weiter anzufachen. Die zuständigen Behörden riefen am Donnerstag eine "Red Flag"-Warnung für hohe Feuergefahr aus. Sie erfolgt, wenn die Vorhersagen für die nächsten zwölf bis 72 Stunden Wetterbedingungen erwarten lassen, die ein "extremes Feuerverhalten" verursachen können, wie es auf der Webseite  der Behörde für Försterei und Feuerschutz (Cal Fire) heißt.

Einsatzkräfte befürchten, heftige Windböen könnten Funken aufwirbeln und damit weitere Feuer entfachen. Etwas kühlere Temperaturen werden erst zur kommenden Woche erwartet. Ein seit Sonntag tobender Flächenbrand in den Weintälern um Sonoma und Napa nördlich von San Francisco war indes erst zu fünf Prozent eingedämmt.

Ausgebranntes Fahrzeug neben einem Weingut im Napa Valley

Ausgebranntes Fahrzeug neben einem Weingut im Napa Valley

Foto: SAMUEL CORUM / AFP

Das sogenannte Glass-Feuer brannte laut Cal Fire bereits 238 Quadratkilometer Fläche nieder und zerstörte knapp 250 Gebäude. Berichte über Tote oder Verletzte gab es in dieser Region zunächst nicht. Es sei "herzzerreißend", diese Verwüstung zu sehen, sagte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom nach einem Besuch in der Stadt Napa. Sie liegt inmitten des weltbekannten Weinanbaugebietes Napa Valley.

Brandschäden ergäben eine Strecke von San Diego bis New York

Im Norden des US-Bundesstaates konnte die Feuerwehr derweil einen kleinen Erfolg erzielen: Bis Donnerstagabend wurden 39 Prozent des sogenannten Zogg-Feuers eingedämmt. Vier Menschen waren seit Sonntag durch das Feuer ums Leben gekommen. Weiterhin sind in ganz Kalifornien mehr als 17.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie hätten auch Hilfe von der Nationalgarde und von Einsatzkräften aus Ländern wie Mexiko, Israel und Kanada erhalten.

Seit Ausbruch der ersten Feuer Mitte August sind in dem Staat über 7500 Gebäude abgebrannt und 30 Menschen ums Leben gekommen. Derzeit seien im gesamten Westküstenstaat mehr als 96.000 Menschen aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht worden, hieß es von Cal Fire.

Der Leiter der Feuerbehörde Cal Fire, Thom Porter, zog am Donnerstag einen Vergleich, um das Ausmaß der Brände zu beschreiben: Die Brandschneisen, die sie in Kalifornien um die vielen Feuer gelegt hätten, ergäben eine Länge, die der Strecke von San Diego bis New York entspreche - rund 4400 Kilometer. Er rechne damit, dass in Kürze die 4-Millionen-Acre-Schwelle an versengter Fläche - mehr als 16.000 Quadratkilometer Land - überschritten werde, sagte Porter.

fek/dpa/Reuters
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