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Nach Wirbelsturm Riesenwellen begeistern Surfer in Kalifornien

Ein Hurrikan über dem Pazifik sorgt an den Küsten Südkaliforniens für die höchsten Wellen seit fast zwei Jahrzehnten. Surfer und Bodyboarder sind begeistert von der extremen Brandung.

Newport Beach/Los Angeles - Als Folge eines Wirbelsturms über dem Pazifik laufen seit Mittwoch außerordentlich hohe Wellen auf die Strände und Felsenküsten Südkaliforniens. Durch die extreme Brandung kommt es vereinzelt zu Überschwemmungen und Schäden an der Infrastruktur - doch Surfer und Bodyboarder der mutigeren Sorte sind begeistert von den Wellen. Einem Sprecher des National Weather Service zufolge sind es die höchsten seit 1997.

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Mega-Brandung in Kalifornien: "Good to epic conditions"

Foto: LUCY NICHOLSON/ REUTERS

Vor allem an den bekannteren Surfspots - etwa "The Wedge" in Newport Beach nahe Los Angeles - versuchen Wassersportler ihr Glück; zahlreiche Schaulustige verfolgen das Naturschauspiel vom Ufer aus. "Es ist, als würde man neu geboren", sagte Bodyboarder Josha Magner, der sich am Mittwochnachmittag in die Brandung wagte. "Wenn du alles überstanden hast und der Druck nachlässt, ist es eine echte Befreiung."

Was das bedeutet, lässt sich an den Zahlen ermessen, die das Wellenreiter-Portal Surfline.com am Mittwochnachmittag (Ortszeit) für "The Wedge" meldete: Wellen von 6,1 bis 7,7 Metern Höhe, zum Teil sogar über neun Meter . "Good to epic conditions", konstatierten die Experten und empfahlen: "Wer unter diesen Bedingungen nicht surfen kann, sollte zumindest an den Strand gehen oder sich das Ganze per Webcam ansehen - denn über diese Wellen wird man noch sehr lange sprechen."

60 Einsätze von Rettungsschwimmern bei Los Angeles

Entlang der Küste Südkaliforniens versuchten Rettungskräfte, unerfahrene Surfer und Schwimmer vom Wasser fernzuhalten. Immer wieder kam es am Mittwoch zu Rettungseinsätzen an den Küsten - allein in der Gegend um Malibu bei Los Angeles waren es 60.

In Seal Beach, einem Städtchen bei Los Angeles, lief Seewasser in die Erdgeschosse mehrerer Häuser. Betroffen waren rund hundert Wohnungen in vier Straßenblocks. Bulldozer verstärkten einen eigens errichteten Deich aus Sand, um die Küstenregion vor Flutschäden zu schützen. Zerstörungen gab es auch auf der Insel Santa Catalina südlich von Los Angeles, wo eine Werft verwüstet wurde. Die Fährverbindung zum Festland wurde unterbrochen.

Verursacht werden die gewaltigen Wellen durch Hurrikan "Marie", einen Wirbelsturm, der seit einigen Tagen über dem Pazifik tobt - zuletzt rund 1300 Kilometer westlich der Südspitze von Baja California (Niederkalifornien), der langgestreckten Halbinsel an der Westküste Mexikos. Der Hurrikan selbst soll bald an Stärke verlieren, doch die zum Teil lebensbedrohlich hohe Brandung wird Kalifornien wohl noch bis Freitag erhalten bleiben.

rls/AP/Reuters
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