Verheerende Brände in Kalifornien Feuerwehrleute von Flammen umzingelt

Im Kampf gegen die Wald- und Buschbrände in Kalifornien sind mehrere Einsatzkräfte verletzt worden. Schuld an der Brandkatastrophe sei der Klimawandel, sagt der Gouverneur.
Feuerwehrleute im Los Padres National Forest in Kalifornien

Feuerwehrleute im Los Padres National Forest in Kalifornien

Foto: Melina Mara / The Washington Post / Getty Images

Knapp 14.000 Feuerwehrleute kämpften am Dienstag gegen 25 Brände in Kalifornien. Dabei wurde eine Gruppe Helfer in dem küstennahen Los Padres National Forest bei Big Sur vom Feuer eingeschlossen. Drei Männer erlitten zum Teil schwere Verletzungen und mussten in ein Krankenhaus geflogen werden.

Gouverneur sieht Auswirkungen des Klimawandels

Gouverneur Gavin Newsom dankte den Helfern für ihren Kampf gegen die "historischen" Feuer. In diesem Jahr sei bereits eine Rekordfläche von mehr als 8000 Quadratkilometer Land zerstört worden, dabei stehe die "Hochsaison" für Feuer im Herbst noch bevor, betonte Newsom. Die Auswirkungen des Klimawandels seien überdeutlich, so der Demokrat. Höhere Temperaturen trockneten Böden und Pflanzen stärker aus und machten sie für Feuer anfälliger.

Im San Fernando Valley, einem Talkessel etwa 30 Kilometer nordwestlich von Downtown Los Angeles, stiegen die Temperaturen am Wochenende auf 49 Grad Celsius. Im kalifornischen Sacramento war der Himmel grau, der Wind trieb Staub und Rauch in die Stadt, die Menschen klagten über Atembeschwerden.

Feuer in der Sierra Nevada "zu null Prozent unter Kontrolle"

Das seit Freitag wütende "Creek Fire" im Gebirge der Sierra Nevada breitet sich in dem schwer zugänglichen Waldgebiet weiter aus. Der Brand zerstörte bereits mehr als 60 Häuser und war zu null Prozent unter Kontrolle, wie die Feuerwehr mitteilte.

Trotz starken Rauchs und gefährlicher Flugbedingungen konnten weitere Wanderer und Camper mit Militärhubschraubern aus der Gefahrenzone gerettet werden. Sie hätten am Dienstag über 200 Menschen in Sicherheit gebracht, teilte die Nationalgarde auf Twitter mit. Bereits am Wochenende waren mehr als 200 Urlauber mit Hubschraubern von einem Campingplatz in dem Wald ausgeflogen worden.

Evakuierungen in Washington

Auch in den US-Bundesstaaten Oregon und Washington wüteten die Flammen. In dem kleinen Ort Malden, rund 480 Kilometer östlich von Seattle, hatte ein  Feuersturm am Sonntagmittag 80 Prozent aller Häuser zerstört, darunter die Feuerwache und das Rathaus.

"Das Ausmaß der Zerstörung kann man nicht in Worte fassen", sagte der Sheriff von Whitman County, Brett Myers. "Ich bete, dass alle rechtzeitig rausgekommen sind."

Behördenvertreter waren von Tür zu Tür gegangen und hatten die Häuser evakuiert. Der Brand zerstörte innerhalb von nur drei Stunden fast die gesamte Siedlung.

ala/dpa/Reuters
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