Angst vor Waldbränden Kalifornischer Energieversorger schaltet 800.000 Haushalten den Strom ab

85 Menschen starben im vergangenen Jahr bei Waldbränden in Kalifornien - ausgelöst wurden die Feuer durch eine Stromleitung. Nun hat ein Energieversorger vorsorglich den Strom abgeschaltet - womöglich für Tage.

Waldbrände in Kalifornien im Jahr 2018 (Archivbild): Nun hat ein Stromanbieter vorsorglich die Energie abgeschaltet
AFP

Waldbrände in Kalifornien im Jahr 2018 (Archivbild): Nun hat ein Stromanbieter vorsorglich die Energie abgeschaltet


Als Vorsorgemaßnahme gegen Waldbrände hat ein Energieversorger im US-Bundesstaat Kalifornien Hunderttausenden Kunden den Strom abgeschaltet. Von der ersten Phase der Stromabschaltungen waren rund 530.000 Haushalte, Firmensitze und andere Gebäude betroffen, viele darunter im bei Touristen beliebten Weinanbaugebiet Napa Valley.

Das Unternehmen Pacific Gas & Electric (PG&E) hatte nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch mit den Abschaltungen im Norden und Zentrum Kaliforniens begonnen.

Im weiteren Verlauf des Mittwoch sollte die Stromversorgung von bis zu 270.000 weiteren Kunden unterbrochen werden, darunter in der Umgebung von San Francisco. Die Metropole am Pazifik sollte aber selber nicht von den Abschaltungen betroffen sein. Insgesamt waren durch den gezielten Blackout Millionen US-Amerikaner von der Stromversorgung abgeschnitten sind.

Stromabschaltungen können Wochen dauern

Zwar will PG&E bereits am Donnerstag damit beginnen, Kunden wieder ans Netz zu nehmen, nachdem es sein Stromnetzwerk auf mögliche Schäden hin inspiziert hat. In einzelnen Zonen kann es nach Angaben des Unternehmens allerdings länger Tage dauern, bis die betroffenen Kunden wieder Strom bekommen.

Im Norden und Zentrum des Bundesstaates herrschte am Mittwoch große Trockenheit, verbunden mit starken Winden von bis zu 110 km/h. Unter diesen Wetterbedingungen können leicht größere Wald- und Buschbrände ausbrechen. Schulen und Universitäten stellten vorsorglich den Unterricht ein, viele Bürger bunkerten Treibstoff, Wasser und Batterien, berichteten US-Medien.

Das verheerende "Camp Fire" in Kalifornien im November 2018 mit 85 Toten war durch Stromleitungen von PG&E ausgelöst worden. PG&E hat sich zu einer Verantwortung für das "Camp Fire" bekannt. Im September schloss das in San Francisco ansässige Unternehmen einen Vergleich mit Versicherungsfirmen über Schadenersatz in Höhe von elf Milliarden Dollar.

fek/AFP/dpa



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