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MODE Kampf ums Kleinkarierte

aus DER SPIEGEL 12/2001

Eine gute Idee zu haben ist schwer, umso grimmiger muss man sie wohl verteidigen. Vor zwei Jahren drehte die britische Trenchcoat-Marke Burberry ihren karierten Futterstoff nach außen und machte das schwarz-weiß-rot-sandfarbene Karo zum Erfolgsmuster. Mit Hilfe modischer Schnitte rechnet die Firma für 2001 mit einer Verdreifachung des Vorsteuergewinns. Doch wo Erfolg ist, da sind bald auch Kopisten, und so warf die Konkurrenz - mehr oder weniger geglückte - Variationen des Karos auf den Markt. Nun schlägt Burberry in Anzeigen zurück: Wer das »eindeutige und unverwechselbare Markenzeichen«, also das Karo, verwende, der müsse mit Gegenmaßnahmen der Anwälte rechnen. Damit nicht genug: Burberry hat auch die Sprache zum firmeneigenen Territorium erklärt. Ein Rundbrief an Redaktionen droht, wer die Wörter »Burberry-Stil«, »Burberry-inspiriert«, »Burberryesk« oder Ähnliches verwende, dem werde man ebenfalls die Anwälte auf den Hals hetzen. Dafür gibt es im deutschen Markenrecht zwar keine Grundlage, doch es entspricht dem Burberry-Image: kleinkariert.

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