Kampfhund-Prozess "Ich fühle Schuld"

Im Prozess um die tödliche Kampfhund-Attacke auf den sechsjährigen Volkan in Hamburg hat die Mitangeklagte ihre Schuld eingeräumt. Der Hauptbeschuldigte dagegen verweigerte die Aussage.


Nach der Attacke: Die Polizei erschoss die beiden Kampfhunde
DPA

Nach der Attacke: Die Polizei erschoss die beiden Kampfhunde

Hamburg - "Ich fühle Schuld, und ich weiß, dass ich mit dieser Schuld leben muss", sagte die 19-Jährige unter Tränen vor dem Hamburger Landgericht. "Ich bin mitverantwortlich dafür, dass der kleine Volkan jetzt tot ist." Zu den Eltern des Kindes, die nur wenige Meter von ihr entfernt saßen, sagte die Frau: "Ich hoffe, dass die Eltern die Kraft finden, mit dem großen Schmerz zu leben."

Der 19-Jährigen wird die fahrlässige Tötung von Volkan im Juni dieses Jahres vorgeworfen. Sie hatte ihren Kampfhund dem 24-jährigen Hauptangeklagten für einen Spaziergang überlassen. Mit ihrem und seinem eigenen American Staffordshire Terrier ging er dann in die Nähe einer Schule im Stadtteil Wilhelmsburg. Die Hunde, unangeleint und ohne Maulkorb, übersprangen plötzlich eine 1,50 Meter hohe Mauer und rannten auf dem Schulhof zu einer Gruppe spielender Kinder. Sie fielen über Volkan her und bissen den Jungen zu Tode. Polizisten erschossen die Hunde.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-jährigen deshalb Körperverletzung mit Todesfolge vor. Er sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Angeklagten vor, sie hätten die Hunde zur Aggressivität erzogen.



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