Provinz Quebec Eisbär im Süden Kanadas gesichtet

Eine Frau hat einen Eisbären in dem kanadischen Dorf Madeleine-Centre fotografiert. Normalerweise kommen die Tiere nicht so weit in den Süden des Landes. Die Polizei rät den Menschen, ihre Häuser nicht zu verlassen.
Eisbär im Süden Kanadas: Beweisfoto einer Anwohnerin

Eisbär im Süden Kanadas: Beweisfoto einer Anwohnerin

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SOPHIE BONNEVILLE / AFP

Weit entfernt von seinem Verbreitungsgebiet ist im Süden Kanadas ein Eisbär gesichtet worden. Das Tier tauchte nach Behördenangaben und Augenzeugenberichten am Samstagmorgen in dem kleinen Dorf Madeleine-Centre nahe dem Sankt-Lorenz-Strom auf.

»Unser Hund kläffte und ich hörte meinen Mann rufen ›Da ist ein Bär! Da ist ein Bär!‹«, berichtete Sophie Bonneville aus dem 2000-Einwohner-Dorf 800 Kilometer nordöstlich von Montréal.

Die Polizei der Provinz Quebec rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Die Bewohner von Madeleine-Centre sollten in ihren Häusern bleiben und nicht ins Freie gehen.

Bonneville berichtete, zunächst hätten die Leute gedacht, sie wolle sie auf den Arm nehmen. Sie konnte jedoch mehrere Beweisfotos von dem Tier machen, bevor es im Wald verschwand.

»So etwas hat noch niemand hier erlebt. Wie kann der Bär über das Packeis bis zum Fluss gelangen, ihn durchschwimmen und hierherkommen?« Selbst auf der anderen Seite des Sankt-Lorenz-Stroms würden sonst keine Eisbären gesichtet. Möglicherweise handele es sich um eine Folge des Klimawandels, mutmaßte sie.

Laut einer 2020 in der Fachzeitschrift »Nature Climate Change« veröffentlichten Studie könnte der Klimawandel dazu führen, dass Eisbären nahezu vollständig aussterben, da ihr natürlicher Lebensraum – das Packeis – immer weiter abtaut.

kfr/AFP
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