Kanadische Stadt Iqaluit warnt vor »äußerst hohen Kraftstoffmengen« in der Wasserversorgung

Diesel oder Kerosin: Wegen verunreinigten Trinkwassers herrscht in der kanadischen Stadt Iqaluit der Ausnahmezustand. Der Ort im Norden des Landes muss vorerst per Flugzeug versorgt werden.
Versorgung der Bevölkerung: Wasser in Flaschen

Versorgung der Bevölkerung: Wasser in Flaschen

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CASEY LESSARD / REUTERS

Iqaluit hat bestätigt, dass Kraftstoff in die Wasserversorgung der Stadt im Norden Kanadas gelangt ist. Die Analyse von Proben aus einem der Wassertanks der Stadt habe eine »außerordentlich hohe Konzentrationen verschiedener Kraftstoffkomponenten« ergeben, teilten die Behörden mit. Demnach handelt es sich vermutlich um Diesel oder Kerosin.

Einwohner von Iqaluit, der Hauptstadt von Kanadas nördlichstem Territorium Nunavut, hatten zuvor von Kraftstoffgerüchen im Wasser berichtet. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand aus und forderten die knapp 8000 Einwohner auf, das Wasser nicht mehr zum Trinken und Kochen zu verwenden. Es sei auch nach dem Abkochen nicht sicher.

Weitere Untersuchungen geplant

Die Behörden vermuten, dass der Kraftstoff durch Boden- oder Grundwasserverschmutzung in den Tank gelangt ist. Der Wassertank werde nun geleert, um weitere Untersuchungen durchzuführen, hieß es. Die erste Lieferung von Trinkwasser für die Bevölkerung traf laut Nachrichtenagentur Canadian Press per Flugzeug in Iqaluit ein. Weitere Lieferungen würden in den kommenden Tagen erwartet. Die Stadt hat den Angaben zufolge 80.000 Liter Wasser bestellt.

Für Menschen, die von dem verunreinigten Wasser getrunken haben, gebe es derzeit keine Hinweise auf langfristige gesundheitliche Auswirkungen, sagte der leitende Amtsarzt von Nunavut, Michael Patterson. Er kündigte jedoch an, dass es bis Ende nächster Woche dauern könnte, ehe in der Stadt wieder sauberes Trinkwasser aus der Leitung zur Verfügung stehe.

wit/AP
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