Extreme Temperaturen 49,5 Grad – Rekordhitze in Kanada fordert Menschenleben

Fast 50 Grad Celsius wurden an der kanadischen Westküste gemessen – so heiß war es noch nie in dem nordamerikanischen Land. Laut Polizei häufen sich die plötzlichen Todesfälle.
Strandbesucher in Vancouver: Gerade für ältere Menschen ist die Hitze riskant

Strandbesucher in Vancouver: Gerade für ältere Menschen ist die Hitze riskant

Foto: JENNIFER GAUTHIER / REUTERS

Kanada erlebt in diesem Sommer eine Hitzewelle mit bisher ungekannten Temperaturen. Die extremen Bedingungen haben nach Angaben der Polizei zu Todesfällen beigetragen. Allein in der Stadt Vancouver starben mindestens 69 Menschen, darunter zahlreiche ältere Menschen mit Vorerkrankungen, wie die nationale Polizeibehörde RCMP mitteilte. Hitze werde in der Mehrzahl der Fälle als Mitursache angesehen, hieß es.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, besonders auf Risikogruppen zu achten. »Es ist unbedingt erforderlich, dass wir uns bei dieser extremen Hitze umeinander kümmern«, sagte Mike Kalanj, Polizeisprecher für den Raum Vancouver, in der Mitteilung. In der Westküstenmetropole wurden mehrere klimatisierte Zentren eingerichtet, wo Menschen Zuflucht vor der Hitze finden können.

Im kanadischen Lytton (Provinz British Columbia) waren am Dienstag 49,5 Grad gemessen worden, teilte die örtliche Wetterbehörde mit. Es handelte es sich um die höchste Temperatur in der Geschichte des Landes. Damit wurde der Rekordwert vom Montag (47,9 Grad) noch übertroffen.

Die Werte seien vorläufig und könnten noch aktualisiert werden, hieß es auf der Website der zuständigen Behörde. In dem Ort war bereits am Sonntag mit 46,6 Grad der Rekord von 45 Grad in Midale (Saskatchewan) aus dem Jahr 1937 geknackt worden.

Auch in zahlreichen Orten Nordamerikas, unter anderem im Bundesstaat Oregon im Westen der USA, wurden lokale Rekordtemperaturen von weit über 40 Grad gemessen.

Mit der Hitze kommt die Brandgefahr

Das Umweltministerium gab wegen der extremen Hitze Warnungen für British Columbia und die Provinz Alberta sowie für Teile von Saskatchewan, Yukon und der Northwest Territories heraus. Die Hitze werde die ganze Woche andauern, hieß es. Die Temperaturen würden 10 bis 15 Grad über den Normalwerten liegen.

Eine ähnliche Warnung vor einer »gefährlichen Hitzewelle« veröffentlichte der nationale Wetterdienst der USA für die nordwestlichen Bundesstaaten Washington und Oregon.

Mit der Hitze geht zudem eine erhöhte Waldbrandgefahr einher. Gerade Hitzegewitter, bei denen keine nennenswerten Mengen Regen fallen, könnten neue Brände entfachen. In mehreren Bundesstaaten brennt es schon jetzt.

jok/dpa
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