Kannibale von Rotenburg "Sex macht man nicht mit einem Stück Fleisch"

Armin M. hat abgestritten, den 43-jährigen Bernd Jürgen B. getötet zu haben, um sich dabei sexuell zu erregen. Die Anklage wirft M. Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes vor. Am zweiten Prozesstag gestand der Angeklagte auch, nach der Tat wieder nach neuen Opfern gesucht zu haben.


Armin M.: Messer und Beil ordentlich verstaut
DPA

Armin M.: Messer und Beil ordentlich verstaut

Kassel - Am heutigen Montag war dem Gericht das Video vorgeführt worden, auf dem Armin M. die Tat und auch das Einverständnis des Opfers gefilmt hatte. Ermittler der Kripo hatten gesagt, M. habe angegeben, sich mehrfach bei der Betrachtung des Tötungsvideos selbst befriedigt zu haben.

M. sagte dagegen zu Staatsanwalt Marcus Köhler, er habe nur einmal zu dem Film onaniert - dabei aber an den lebenden Bernd Jürgen B. gedacht. Mit sexueller Befriedigung habe das Schlachten nichts zu tun gehabt: "Sex macht man mit einem Partner im Bett, nicht mit einem Stück Fleisch." Er habe durch das Verspeisen der Leiche den Menschen in sich aufnehmen wollen.

Polizeibeamte, die das Landgericht in Kassel befragte, schilderten den Gutshof, auf dem M. wohnte und wo er auch sein Opfer tötete: Im "Schlachtraum" habe M. mehrere Messer, ein Beil und eine Schlachterschürze ordentlich auf einem Tisch abgelegt, auf dem Boden seien Blutspuren zu erkennen gewesen. Unter einem doppelten Boden in der Tiefkühltruhe habe man mehrere Fleischpakete gefunden.

Armin M. gestand am zweiten Prozesstag auch, weitere Opfer im Internet gesucht zu haben, nachdem er den 43-jährigen Berliner geschlachtet hatte. Er habe geplant, die Reste von Bernd Jürgen B. mit dem neuen Opfer gemeinsam zu essen, sagte M. dem Gericht.



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