Kanzlerin nebst Spieß Wirbel um Döner-Werbung mit Merkel

Angela Merkel mit dem Dönermesser in der Hand: In der Ukraine wirbt ein Lokal mit der Bundeskanzlerin am Fleischspieß und verzeichnet prompt mehr Gäste. Doch dem Restaurantbetreiber droht nun Ärger.

dpa

Kiew/Moskau - Macht die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Werbung für Döner? Diese Frage stellen sich die Einwohner der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa. An einem Restaurant auf dem Bahnhofsvorplatz prangt das Foto der deutschen Politikerin an einem Döner-Spieß als Werbung für türkische Speisen. Das berichtete die russische Zeitung "Komsomolskaja Prawda" ("KP") am Samstag.

"Braucht Merkel das?", "Wurde Sie vielleicht gut bezahlt dafür?", rätselten Passanten laut dem Bericht. Die deutsche Botschaft in der Ukraine habe betont, dass "die Frau Kanzlerin da sicher nicht ihr Einverständnis" gegeben habe.

Dem Restaurantbetreiber droht nun Ärger. Der Manager sagte, dass die Idee von einer Werbefirma stamme. "Wir haben tatsächlich mehr Gäste. Alle wollen wissen, ob Merkel wirklich bei uns war. Offiziell hat sich bei uns niemand beschwert." Die von der "KP" befragte Reklameagentur wies Vorwürfe des Missbrauchs zurück. Es stehe ja nicht da geschrieben, dass Merkel auf dem Foto sei. Es könne sich auch um eine Frau handeln, die nur so aussehe wie die Kanzlerin. Es gehe vielmehr um ein Symbol für eine "gesunde Ernährung", um eine "seriöse Frau, die nur das Beste wählt".

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist die Frau auf dem Foto allerdings tatsächlich Merkel. Der Anwalt Nikolai Sjumin aus Odessa betonte, dass auch die ukrainischen Gesetze die Verwendung solcher Fotos ohne Einwilligung der betroffenen Person verbieten. Allerdings müsse wohl ein Gericht erst feststellen, ob es sich in diesem Fall tatsächlich um Werbung handele oder nur um die unrechtmäßige Verwendung eines Fotos, sagte Sjumin. Auch ukrainische Medien hatten in den vergangenen Tagen über "Merkel am Döner-Spieß" berichtet.

cpa/dpa



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