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27. August 2008, 19:18 Uhr

Karibik

Tropensturm "Gustav" fordert erste Todesopfer

Schweres Unwetter: Der Tropensturm "Gustav" hat in den Karibikstaaten Haiti und Dominikanische Republik elf Menschen das Leben gekostet. Tausende mussten ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden.

Port-au-Prince - Weite Teile Haitis standen unter Wasser, mit Windgeschwindigkeiten von rund 100 Kilometern in der Stunde hinterließ "Gustav" am Mittwoch eine Schneise der Verwüstung. Der Sturm nahm indes Kurs auf Kuba und Jamaika, wo er am Donnerstag als wiedererstarkter Hurrikan erwartet wurde.

Am Wochenende, zum dritten Jahrestag des verheerenden Hurrikans "Katrina", könnte "Gustav" Meteorologen zufolge auf die südwestlichen Staaten der USA treffen. Unter anderem in New Orleans begannen die Behörden, Schutzmaßnahmen und mögliche Evakuierungen vorzubereiten. Unterdessen wurden die ersten Ölplattformen im Golf von Mexiko geräumt. Die Offshore-Anlagen fördern ein Viertel des in USA verbrauchten Öls. Der Ölpreis stieg daher im Handel in New York um rund vier Dollar auf 119 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Der vom Hurrikan zum Tropensturm herabgestufte "Gustav" verharrte am Mittwoch zunächst über Haiti, nahm aber am Nachmittag Kurs auf die Cayman-Inseln und sollte später in Richtung Kuba weiterziehen. Meteorologen gingen davon aus, dass sich "Gustav" über dem Meer wieder zu einem gefährlichen Hurrikan der Stärke drei entwickeln könnte. Erste Ausläufer führten in Kuba bereits zu heftigen Regenfällen, die Straßen Havannas waren überflutet.

Eine achtköpfige Familie wurde in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, am Dienstagabend von einem Erdrutsch begraben, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Das Nachbarland Haiti meldete drei Tote, darunter einen Mann, der ebenfalls bei einem Erdrutsch ums Leben kam. Ein Mädchen wurde beim Überqueren einer Brücke von den Wassermassen mitgerissen.

Der Sturm war am Dienstag als Hurrikan mit heftigem Regen und Windgeschwindigkeiten von 145 Kilometern in der Stunde auf Haiti getroffen. In Port-au-Prince und weiten Landesteilen stand das Wasser den Menschen teils bis zu den Knien.

Landwirte und Uno-Experten befürchteten, dass die Ernte im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre stark in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Bananenplantagen und Felder waren am Morgen bereits überschwemmt. Bei größeren Ernteschäden drohen steigende Preise und eine Verschärfung der Hungerkrise.

Erst Mitte des Monats hatte der Tropensturm "Fay" auf Haiti und in der Dominikanischen Republik schwere Überflutungen verursacht. Mehr als 20 Menschen verloren ihr Leben.

jdl/AP

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