Karlsruhe Viele Verletzte bei Straßenbahn-Crash

In Karlsruhe sind zwei Straßenbahnen frontal zusammengestoßen. Mindestens 27 Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen schwer. Unglücksursache könnte ein Fahrfehler gewesen sein, vermuten Experten.


Karlsruhe - Das Unglück ereignete sich am späten Donnerstagvormittag auf einer Kreuzung in der Karlsruher Innenstadt: Eine Straßenbahn scherte laut Polizei nach links aus, kam von der Spur ab und prallte frontal in eine entgegenkommende Tram.

Bei dem Crash wurden 27 Menschen verletzt. Vier Fahrgäste sowie die beiden Fahrer, die in ihren schwer beschädigten Kabinen eingeklemmt wurden, erlitten schwere Verletzungen, sagte Polizeisprecher Ralf Minet. Während der eine Fahrer schnell befreit werden konnte, mussten Feuerwehrmänner den anderen sowie einige Fahrgäste aus den Trümmern herausschneiden. Einem der Fahrer musste noch in der Bahn ein Fuß amputiert werden. "Es ist der schlimmste Straßenbahnunfall in den letzten Jahren", so Minet.

Der Zustand der mehr als 20 Leichtverletzten sei aber stabil, teilte der leitende Notarzt Ullrich Krebs mit. Die Männer und Frauen wurden noch am Unfallort in einem Notfallzelt betreut, bevor sie auf die verschiedenen Krankenhäuser der Stadt verteilt wurden. Ob auch Kinder zu den Verletzten gehörten, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Warum die Straßenbahn auf das andere Gleis geraten war, ist bislang nicht abschließend geklärt. Ein Gutachter begann am frühen Nachmittag, die Unfallstelle zu untersuchen. Es wird vermutet, dass menschliches Versagen zu dem Unglück geführt haben könnte. "Anscheinend wurde ein Weichensignal nicht beachtet", sagte der Karlsruher Straßenbahnchef Walter Casazza nach dem ungebremsten Zusammenstoß der beiden Bahnen in der Innenstadt. Es entstand ein Schaden von mindestens 500.000 Euro.

Der Unfall ereignete sich wenige Tage vor dem Spatenstich für den umstrittenen Bau eines Straßenbahntunnels in der Karlsruher Innenstadt. Für insgesamt 587 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren zwei Tunnel gebaut werden. Durch den einen wird der Stadtbahntunnel in der Fußgängerzone unter die Erde verlegt, der andere soll das Verkehrsproblem auf einer der zentralen Verbindungsstraßen lösen.

sae/apn/ddp/dpa



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