Karnevalsauftakt in Köln Uniformierte Polizisten statt verkleideter Jecken

Um 11.11 Uhr knallen in Köln am 11. November normalerweise die Sektkorken. Doch in diesem Jahr ist alles anders.
"Kein 11.11.20 mit uns"-Plakat in Köln

"Kein 11.11.20 mit uns"-Plakat in Köln

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Keine "Alaaf"-Rufe, keine Kostüme und erst recht kein Kölsch oder Schnaps - coronabedingt still hat die fünfte Jahreszeit in Köln begonnen. Statt bunt verkleideter Jecken zogen um 11.11 Uhr uniformierte Polizisten durch die Innenstadt. Wegen der Corona-Pandemie waren alle öffentlichen Feiern zum traditionellen Beginn der Karnevalssession verboten.

"Der Verzicht auf die Sessionseröffnung und damit einem geliebten Teil der Kölner Tradition trifft viele Menschen direkt ins Herz", erklärte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob noch am Dienstagabend. Dennoch appellierte er an die Jecken, am Mittwoch auf einen Besuch in der Domstadt zu verzichten.

Demo gegen Corona-Maßnahmen in Köln-Deutz

Bereits am Morgen kontrollierten mehrere Hundertschaften die Einhaltung der Coronaregeln und des im ganzen Stadtgebiet geltenden Alkoholverbots. Gleichzeitig war die Polizei im Stadtteil Deutz bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen im Einsatz. Die angemeldete Versammlung durfte nur unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln stattfinden. Derzeit bedeutet das: Nicht mehr als 100 Teilnehmer und strikte Maskenpflicht.

Im Vorfeld hatten die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Festkomiteepräsident Christoph Kuckelkorn eindringlich an die Kölner appelliert, in diesem Jahr auch auf private Feiern zu verzichten und zu Hause zu bleiben. Ein Karneval, "wie man ihn kennt", sei in diesem Jahr nicht möglich, hieß es. Der 11. November 2020 sei "nur ein Tag im Kalender wie jeder andere auch".

Schon im September hatte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen endgültig entschieden, alle Veranstaltungen abzusagen. Die Corona-Schutzverordnung könne bei Sitzungen, Bällen und Straßenumzügen nicht eingehalten werden. Für viele Karnevalisten seien die Umstände ein Desaster. Vor allem jene, die sich seit Monaten auf die Session vorbereitet hatten. Der SPIEGEL hat mit einer Betroffenen über Karneval in Corona-Zeiten gesprochen ("Die Absage brach mir das Herz" ).

bam/AFP
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