Karnevalsposse Warum Heidi Klum beinahe Knipsverbot bekam

Ausgerechnet der Star-Gast des diesjährigen Rosenmontagsumzugs in Köln sorgt bereits Tage vor dem Karnevalsereignis für Wirbel. Laufsteg-Schönheit Heidi Klum hat angekündigt, ihren Jecken-Auftritt live im Internet übertragen zu wollen. Doch bei der Vergabe der lukrativen Bildrechte verstanden die Kölner Narren zunächst wenig Spaß.

Von Roman Heflik


Heidi Klum: Neuerdings auch Web-Fotografin
DPA

Heidi Klum: Neuerdings auch Web-Fotografin

Köln - Deutschlands schönste Blondine verspricht den Lesern ihrer Homepage für die närrischen Tage ein "besonderes Bonbon": "Mein Foto-Handy wird vom Gladbacher Sonntagszug und vom Kölner Rosenmontagszug jede Menge Bilder schießen und live hier auf meine Website übertragen." Das bestätigte heute auch ihr Vater Günther Klum. Die Schöne aus Bergisch-Gladbach will am 7. Februar um 11.11 Uhr nach eigenen Angaben mit auf dem Wagen der "Roten Funken" am Zug teilnehmen. Mit dabei: ihr Verlobter, der Popsänger Seal.

Doch zunächst drohte das Ereignis gar nicht so locker-lustig zu werden, wie es sich das Modell vorgestellt hatte: Die Kölner Karnevalsfreunde untersagten ihrem berühmten Gast die Handy-Fotos. Begründung: Der WDR habe das alleinige Live-Ausstrahlungsrecht während der Veranstaltung. Dabei gehe es um Vertragssummen in sechsstelliger Höhe, bestätigte der Leiter des Zuges, Alexander von Chiari, gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Wir stellen uns nur vor unseren Partner, den WDR", hatte der Zugleiter das Verbot begründet. Der Kölner Sender wird sowohl mit Fernsehkameras als auch mit einer Webcam am Prinzenwagen beim Umzug dabei sein. Er hat auch die Internetrechte am "Zoch".

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Heidi Klum: Aus dem Leben eines Topmodels

Chiari hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass sich die Leitung des Rosenmontagszugs mit Klum einigen werde. Eine spätere Veröffentlichung der Bilder sei kein Problem, nur die Live-Übertragung müsse man unterbinden, auch wenn es sich lediglich um Fotos handelt. Dabei gehe es weniger um Klum, als um die Zukunft der Rechte an Live-Ausstrahlungen: "Wer weiß, ob nicht in zwei Jahren Live-Videos vom Handy problemlos möglich sind?", hatte der ehrenamtliche Chef-Karnevalist gefragt. "Wenn Heidi Klum jetzt Bilder machen darf, dann werden andere kommen und sagen: 'Was die darf, wollen wir auch'." Chiari dementierte Zeitungsberichte, wonach er Klum sogar damit gedroht habe, sie vom Wagen herunterzuholen, wenn sie das Fotoverbot missachte. "Wenn ich eine so schöne Frau wie Heidi Klum vom Wagen herunterhole, dann höchstens, um mit ihr ein Bier zu trinken."

Nun aber ist den streitenden Parteien ein fast schon salomonisches Urteil gelungen: "Wir haben uns darauf geeinigt, dass Frau Klum sowohl für uns als auch für ihre eigene Seite Fotos machen wird", teilte Rüdiger Oppers, der Unternehmenssprecher des WDR, SPIEGEL ONLINE mit. Es habe mit Klums Vater, der auch der Manager des Models ist, ein "nettes Gespräch" gegeben. Die Fotos seien eine schöne Sache für Karnevalisten und Klum-Fans. "Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne sehen lassen", sagte Oppers.



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