Katastrophe in Südostasien Zahl der Toten steigt auf mindestens 24.000
Jakarta/Tokio - Die Flutkatastrophe in Südostasien hat nach jüngsten Angaben weit über 20.000 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Toten in Folge der verheerenden Seebebens ist nach einem Bericht des indischen Nachrichtensenders NDTV auf knapp 24.000 gestiegen. Allein 12.000 Menschen seien auf Sri Lanka getötet worden, meldete NDTV heute.
In Indonesien kamen nach bisherigen Erkenntnissen etwa 5000 Menschen ums Leben. Da gefürchtet wird, dass auf den indischen Andaman- und Nicobar-Inseln etwa 3000 Menschen umgekommen sein könnten, wurde die geschätzte Zahl der Opfer in Indien mit mindestens 6900 beziffert. Thailand meldete heute 866 Tote, Malaysia 52 und die Malediven 43. In Birma kamen rund 12 Menschen in den Fluten um, in Bangladesch 2. Und selbst in Somalia in Afrika kostete die Flutwelle 9 Menschen das Leben.
Die haushohen Tsunami-Wellen verwüsteten beliebte Touristenorte. Es wird befürchtet, dass sich in den zerstörten und von gewaltigen Schlamm- und Wassermassen überschwemmten Unglücksregionen noch weitere Todesopfer befinden. Über mögliche deutsche Opfer liegen bisher keine Angaben vor.
Die Wetterstation in Sri Lanka berichtet über neue Beben in der Nähe von Sumatra. Mehrere kleine Tsunamis seien unterwegs, hieß es.
Hunderttausende Menschen in den Unglücksregionen verbrachten die Nacht im Freien. Derweil lief eine internationale Hilfsaktion an. Zahlreiche Organisationen entsandten bereits Retter in die Krisenregionen. Viele Überschwemmungsgebiete konnten bisher jedoch nicht erreicht werden.
Das thailändische Gesundheitsministerium teilte laut japanischen Medien mit, dass bisher über 800 Tote gezählt wurden. Davon seien 80 Prozent Ausländer. Darunter sollen nach Angaben der japanischen Botschaft auch mehrere Japaner sein. Bis Mitternacht (Ortszeit) wurden in der Region noch 1000 Personen vermisst. Mehr als 5000 wurden verletzt.
Vor der indonesischen Insel Sumatra lag das Zentrum des Bebens, das nach neuesten Angaben von US-Geologen mit einer Stärke von 9 auf der Richterskala die Tsunami-Wellen ausgelöst hatte.
Die meisten Opfer gibt es in Sri Lanka zu beklagen. Die tamilischen Rebellen meldeten in dem von ihnen kontrollierten Teil des Landes weitere 1500 Tote. Die Zahl der Getöteten in Sri Lanka erhöhte sich damit insgesamt auf mehr als 11.500. Möglicherweise seien auch 100 ausländische Touristen durch Flutwellen ums Leben gekommen, teilte die Regierung mit. Dutzende von Ausländern sollen verletzt worden sein. Über deren Nationalität liegen noch keine Angaben vor.
Heute Morgen sind die ersten deutschen Touristen aus Thailand auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Die Maschine war nach Aussagen eines Passagiers nur halb gefüllt. "Es waren auch einige Verletzte an Bord", berichtete der Mann. Im Laufe des Tages werden nach Auskunft der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport noch weitere Flugzeuge in Frankfurt am Main aus den Katastrophengebieten erwartet.