Katastrophengebiet Kalifornien Feuersbrunst bedroht Großstädte

Tausende Menschen sind in Kalifornien auf der Flucht vor gewaltigen Waldbränden. In den Feuern, die nach Vermutung der Polizei von Brandstiftern gelegt wurden, starben bislang mindestens 14 Menschen. US-Präsident George W. Bush hat den US-Bundesstaat zum Katastrophengebiet erklärt.


San Bernardino - Das gab das Weiße Haus am Montag bekannt. Mit der Entscheidung werden Bundeshilfen für die Menschen in den am stärksten betroffenen Regionen freigegeben. Dazu zählen Los Angeles, San Bernardino, San Diego und der Bezirk Ventura. Rund 900 Häuser wurden ein Raub der Flammen, mindestens 13 Menschen kamen um - viele von ihnen, weil sie bis zum letzten Augenblick in ihren Wohnungen ausharrten. 30.000 Häuser wurden von den Feuern bedroht, die von der mexikanischen Grenze bis zu den Vororten von Los Angeles tobten.

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Waldbrände: Kalifornien in Flammen

Offiziellen Angaben zufolge verwüsteten die sechs Feuer eine Fläche von 16.000 Quadratkilometern Wald und Buschland - das entspricht der Größe der Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Wichtige Fernstraßen waren blockiert und der Flugverkehr unterbrochen, weil ein Kontrollzentrum bei San Diego wegen Feuers evakuiert werden musste. Rund 7.000 Feuerwehrleute kämpften gegen die Feuer, von denen mindestens eines auf Brandstiftung zurückging. Bei der 200.000-Einwohnerstadt San Bernardino vereinigten sich zwei Feuer zu einer bis zu 65 Kilometer langen Flammenfront.

In der Gegend um Santa Ana starben allein am Wochenende acht Menschen
AP

In der Gegend um Santa Ana starben allein am Wochenende acht Menschen

Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Ganze Ortschaften mussten evakuiert werden. Die Behörden richteten Notunterkünfte ein. Der kalifornische Gouverneur Gray Davis rief für die Bezirke San Bernardino und Ventura den Notstand aus. Nach seinen Angaben sind es "die schwersten Brände in Kalifornien seit zehn Jahren".

Der Waldbrand östlich von San Diego war am Samstag nahe der Gebirgsstadt Julian ausgebrochen und zerstörte eine Fläche von 40.000 Hektar Land. Offenbar wurde er durch das Signalfeuer eines Jägers entfacht, der sich verlaufen hatte. Der Mann wurde inzwischen festgenommen, gab die Polizei bekannt. Neue Feuer wurden durch umherfliegende Glut ausgelöst. Seit 1991 hat Kalifornien nicht mehr eine derart schwere Feuersbrunst erlebt. Damals kamen 25 Menschen um, mehr als 3.200 Häuser und Wohnungen wurden zerstört.

Aus sicherer Entfernung beobachten Flüchtlinge in Fillmore die Feuersbrunst, die sich durch die Wälder frisst
AP

Aus sicherer Entfernung beobachten Flüchtlinge in Fillmore die Feuersbrunst, die sich durch die Wälder frisst

Die Wälder in Kalifornien sind stark ausgetrocknet, mehrere Millionen Bäume wurden in den vergangenen Jahren von Borkenkäfern befallen und sind abgestorben. Hinzu kommen die berüchtigten Santa-Ana-Winde, die in den Wüstenstaaten Nevada und Utah entstehen und über Südkalifornien hinweg zum Meer ziehen.



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