Kenia Frauengruppen rufen zum Sex-Streik auf

Von Lysistrata lernen heißt befrieden lernen: Wie die Heldin der berühmten Komödie wollen Frauengruppen in Kenia männliche Politiker durch Sex-Entzug zu einer pazifistischen Politik bewegen. Auch Prostituierte sollen sich dem Boykott anschließen - und den Verdienstausfall bezahlt bekommen.


Nairobi - Mit einem Sex-Boykott wollen kenianische Frauengruppen die führenden Politiker zu einer Versöhnungspolitik zwischen ihren verfeindeten Stämmen bringen.

Um eine Wiederholung der blutigen Unruhen nach den Wahlen im Jahr 2008 zu verhindern, appellierten sie auch an die Ehefrauen von Präsident Mwai Kibaki und Ministerpräsident Raila Odinga, sich dem Streik anzuschließen.

Damit sich auch Prostituierte an dem Boykott beteiligen können, soll ihnen eine Entschädigung gezahlt werden, sagte Rukia Subow, die Vorsitzende der Frauenentwicklungsorganisation am Mittwoch.

Bei den Stammesunruhen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Kenia wurden Anfang 2008 mehr als 1.000 Menschen getötet.

Hunderttausende wurden obdachlos. die beiden Kontrahenten Kibaki und Odinga einigten sich auf eine gemeinsame Regierung. Trotzdem kommt es seitdem immer wieder zu Spannungen.

Die weibliche Taktik, Männer durch Sex-Entzug zu pazifistischer Politik zu zwingen, dokumentierte der griechische Dichter Aristophanes 411v. Chr. in seiner Komödie Lysistrata. Darin verschwören sich die Frauen Spartas und Athens zu einem Liebesboykott, um den Frieden zu erzwingen - was ihnen schließlich gelingt.

pad/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.