Kernkraft in Japan Brand in Tepco-Atomkraftwerk Fukushima Daini

Der japanische AKW-Betreiber Tepco räumt einen neuen Zwischenfall ein: In einem Atomkraftwerk südlich des Katastrophenmeilers Fukushima Daiichi hat es gebrannt. Das Feuer wurde gelöscht. Einem Konzernsprecher zufolge wird kein Austritt von Radioaktivität befürchtet.

REUTERS/ TEPCO

Tokio - Japan kommt nicht zur Ruhe. Nicht nur, dass es immer neue Horrormeldungen aus dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gibt - am Freitag wurde aus einer weiteren Atomanlage im Nordosten des Landes ein Zwischenfall gemeldet. Im AKW Fukushima Daini, das rund zwölf Kilometer südlich des havarierten Meilers liegt und ebenfalls von Tepco betrieben wird, hat es gebrannt.

Das Feuer sei schnell gelöscht worden, ein Austritt von Radioaktivität werde nicht befürchtet, teilte Tepco mit. Der Brand sei in einem Gebäude der Atomanlage Fukushima Daini ausgebrochen, sagte Tepco-Sprecher Takeo Iwamoto. Die Brandursache werde derzeit ermittelt, Verletzte habe es nicht gegeben.

Bei dem schweren Erdbeben und dem dadurch ausgelösten Tsunami am 11. März war die Tepco-Atomanlage Fukushima Daiichi schwer beschädigt worden. Tepco hatte am Dienstag erstmals zugegeben, dass es nicht nur in Reaktor 1, sondern auch in den Reaktoren 2 und 3 "sehr wahrscheinlich" zu Kernschmelzen gekommen sei. Zuvor hatte Japans Regierungschef Naoto Kan vor dem Parlament eingeräumt, die Bevölkerung wegen der ihm vorliegenden Tepco-Angaben "vollkommen falsch" über die Atomkatastrophe in Fukushima unterrichtet zu haben.

Erstmals seit dem Beginn der Atomkatastrophe kehrten am Donnerstag mehrere Dutzend Bewohner der nahe gelegenen Stadt Futaba für einen Kurzbesuch zurück. In Schutzanzüge gehüllt hatten sie zwei Stunden Gelegenheit, persönliche Gegenstände aus der kurz nach dem verheerenden Erdbeben evakuierten Stadt zu holen. Aus Platzmangel und aus Sorge vor radioaktiver Verseuchung durften sie nicht mehr einsammeln, als in eine große schwarze Plastiktüte passte.

Ähnliche Aktionen hatte es bereits zuvor in weiter von dem havarierten Atomkraftwerk entfernten Orten gegeben. Bislang haben 588 Menschen ihre Häuser besucht. Weitere 16.000 aus neun Städten warten auf ihre Besuche, die nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde Nisa in den nächsten Wochen stattfinden sollen.

Aus Futuba waren nach der von einem Erdbeben und einem anschließenden Tsunami ausgelösten Atomkatastrophe 8000 Bewohner geflüchtet. Etwa 60 von ihnen kehrten am Donnerstag für die kurze Visite zurück. Nach dem Besuch wurden die Anwohner auf Radioaktivität untersucht, ohne dass jemand bedrohliche Strahlenwerte aufwies.

Umweltaktivisten haben in Meeresfrüchten nahe dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima hohe Strahlenbelastungen gemessen. Bei 14 von 21 untersuchten Proben hätten die radioaktiven Partikel die gesetzlichen Grenzwerte für den Verzehr überschritten, hatte die Umweltorganisation Greenpeace Japan am Donnerstag mitgeteilt. Zudem erhob Greenpeace schwere Vorwürfe gegen Tepco: Der Konzern soll bereits wenige Stunden nach dem Erdbeben vom 11. März von den Kernschmelzen in Fukushima gewusst haben.

siu/dapd/AFP

insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
Barath 27.05.2011
1. ...
Zitat von sysopDer japanische AKW-Betreiber Tepco räumt einen neuen Zwischenfall ein: In einem Atomkraftwerk südlich des Katastrophenmeilers Fukushima Daiichi hat es gebrannt. Das Feuer wurde gelöscht. Einem Tepco-Sprecher zufolge wird kein Austritt von Radioaktivität befürchtet. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,765178,00.html
Was genau kann man einem Tepco-Sprecher eigentlich noch glauben?
Dumpfmuff3000 27.05.2011
2. xxx
Zitat von sysopDer japanische AKW-Betreiber Tepco räumt einen neuen Zwischenfall ein: In einem Atomkraftwerk südlich des Katastrophenmeilers Fukushima Daiichi hat es gebrannt. Das Feuer wurde gelöscht. Einem Tepco-Sprecher zufolge wird kein Austritt von Radioaktivität befürchtet. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,765178,00.html
Irgendwie finde ich die Japaner einfach nur noch servil. Sorry, aber seine Insel mit High Tech vollzustopfen macht im 21. Jahrhundert noch keine Hochkultur. Denen können noch sechs AKW um die Ohren fliegen und die bleiben trotzdem noch brav mit dem Arsch zuhause.
einuntoter 27.05.2011
3. Kein Austritt von Radioaktivität?
Das glaubt Tepco ja wohl nicht ernsthaft
iyami 27.05.2011
4. endlich mal eine gute Nachricht
Zitat von sysopDer japanische AKW-Betreiber Tepco räumt einen neuen Zwischenfall ein: In einem Atomkraftwerk südlich des Katastrophenmeilers Fukushima Daiichi hat es gebrannt. Das Feuer wurde gelöscht. Einem Tepco-Sprecher zufolge wird kein Austritt von Radioaktivität befürchtet. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,765178,00.html
da bin ich ja beruhigt Der Konzernchef dem in der ersten Woche nachdem Erdbeben etwas unwohl war hat die Zeit damit zugebracht so viel Bargeld wie moeglich loszuwerden wohl aus Angst etwas von seinem Geld abgeben zu muessen. (Zumindest einen Kredit fuer ein Haus um die 1 Million Euro wurde in der Woche zurueckgezahlt.) Das legt den Verdacht nahe das selbst der Chef Bescheid gewusst hat. Das der Konzern schon in den ersten Stunden (sogar vor der Flutwelle) bezweifeln die wenigsten. Im Moment sind die meisten Leute gluecklich dass das Tepco Management wohl nach Australien auswandern will zumindest fangen mehrere hochrangige Manager Land in Australien zu kaufen.
gilbrator 27.05.2011
5. hat man das
nicht auch in Fukushima gesagt...? ich glaub den da kein Wort...
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